Das Bild das Spiel FC24 von Electronic Arts
Werbetafeln und Markenlogos gibts es schon lange in Spielen von EA. Dem Spielepublisher dürfte das trotz schlechter Erfahrungen in der Vergangenheit nicht genug sein.
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Spiele-Publisher und -Entwickler Electronic Arts dürfte wenig aus der Vergangenheit gelernt haben. Wie CEO Andrew Wilson kürzlich in einer Telefonkonferenz gegenüber Analysten bestätigt hat, arbeite man derzeit an der nächsten Generation von In-Game-Werbung. Interne Teams seien bereits damit beschäftigt, innovative Möglichkeiten für Werbung in AAA-Spielen zu erschließen.

Wilson hat auf der Konferenz von der Möglichkeit einer "bedachten" Implementierung von Werbung als potenziellem Wachstumstreiber gesprochen. Während EA im Jahr 2021 noch versichert hatte, keine Werbung mehr in seine Spiele zu integrieren, lässt die jüngste Diskussion auf eine Kehrtwende in der Unternehmensstrategie schließen.

Kontroverse Methoden

Die Geschichte der Werbung in EA-Spielen hat fast schon Tradition. Bereits in den 1990er Jahren zeigten sich in Spielen wie "FIFA International Soccer" oder "Madden NFL" Werbetafeln und Markenlogos. Kontrovers bleibt die Thematik dennoch.

Während Werbung in Free-to-Play- und Mobile-Spielen als weitgehend anerkanntes Finanzierungsmodell gilt, stößt sie in vollpreisigen AAA-Titeln und Konsolenspielen oft auf regen Widerstand der Community. Im Fall von EA zuletzt vor wenigen Jahren, als man in "UFC 4" ernsthaft den Versuch startete, das Spiel mit großflächiger Werbung zu unterbrechen. Eine Idee, mit der vor kurzem auch Microsoft in "Call of Duty: Modern Warfare 3" für wenig Freude der Spieler sorgte.

Die Reaktion der Spielgemeinschaft auf einen aktuellen Vorstoß, falls er denn wirklich kommen sollte, bleibt abzuwarten. Ob EA diesmal eine Balance zwischen Unternehmenszielen und einer ungestörten Spielerfahrung finden kann, wird sich erst zeigen, darf aber bezweifelt werden. Wilson deutete zwar an, dass sich das Unternehmen der Herausforderungen dieser sensiblen Integration bewusst sei und vorsichtig vorgehen möchte, um die Akzeptanz der Spieler zu gewinnen. Besonders schwierig dürfte das Unterfangen dennoch werden. (red, 12.5.2024)