Polizeibeamtin.
Im Zuge von bisher 74 Planquadraten seien fast 1000 Personen überprüft und 190 Anzeigen erstattet worden.
APA/EVA MANHART

Wien – Seit Einführung der großflächigen Waffenverbotszone in Wien-Favoriten sind die Straftaten in Wiens bevölkerungsreichstem Bezirk zurückgegangen. So habe es von 30. März bis 13. Mai eine Reduktion um 62 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gegeben, erklärten Vertreter der Landespolizeidirektion zusammen mit Innenminister Gerhard Karner (ÖVP) im Zuge einer medienöffentlichen Schwerpunktaktion beim Reumannplatz. Bisher seien in der Zone elf Waffen sichergestellt worden.

Rückgänge gab es unter anderem bei Einbrüchen, Körperverletzung, Diebstahl, bei Anzeigen wegen Suchtgifts oder bei Sachbeschädigungen. Karner betonte, es fänden nun fast täglich Schwerpunktaktionen der vor kurzem neu gegründeten Einsatzgruppe Jugendkriminalität (EJK) im bevölkerungsmäßig größten Bezirk Wiens statt. Im Zuge von bisher 74 Planquadraten seien fast 1000 Personen überprüft und 190 Anzeigen erstattet worden. Für ganz Wien sprach die Polizei von bisher 8700 Kontrollen und 940 Anzeigen. Österreichweit seien rund 14.000 Identitätsfeststellungen sowie mehr als 2000 Anzeigen vollzogen worden.

Strategie soll fortgesetzt werden

Karner betonte, die Waffenverbotszone in Favoriten zeige ihre Wirkung. Man wolle dennoch die bisherige Strategie fortsetzen. "Es wird weiter konsequent aufgeräumt, wenn es darum geht, Messerstecher aus dem Verkehr zu ziehen und Jugendkriminalität Einhalt zu gebieten", so Karner. Ähnlich äußerte sich auch Bundeskanzler Karl Nehammer (ÖVP) am Mittwoch auf dem Reumannplatz. Es sei weiter Ziel, egal "wo Eskalationspunkte entstehen, sie im Vorfeld zu bekämpfen", so Nehammer.

Der Leiter des Ermittlungsdienstes des Landeskriminalamts (LKA), Gerhard Winkler, zog am Mittwoch eine vorläufig positive Bilanz zum Waffenverbot. Typische Kerndelikte wie absichtliche schwere Körperverletzung und schwerer Raub seien drastisch zurückgegangen. "Wir hatten im April davon keinen einzigen Fall", sagte Winkler zur APA. Er halte eine Verlängerung der Waffenverbotszone für denkbar, verwies jedoch auch darauf, dass eine Entscheidung noch nicht gefallen sei. Hinsichtlich der Schwerpunktaktionen der EJK sprach Winkler von 120 Festnahmen in ganz Wien. Der Großteil davon habe Suchtmitteldelikte, fremdenrechtliche Delikte und Verwaltungsdelikte betroffen.

In Favoriten gilt seit 30. März 2024 eine Waffenverbotszone. Das Gebiet erstreckt sich oberhalb des Reumannplatzes bis zum Beginn des Antonsplatzes und in die andere Richtung über den Kepler- und Columbusplatz bis zum Hauptbahnhof. Westlich ist die Zone von der Laxenburger Straße und östlich von Sonnwend- sowie Herndlgasse begrenzt. Karner hatte sich zuletzt auch für ein grundsätzliches Waffenverbot im öffentlichen Raum starkgemacht. Der entsprechende Entwurf für ein Messertrageverbotsgesetz ist derzeit in Verhandlung zwischen den Koalitionspartnern. (APA, 15.5.2024)