Lieferando stellt seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter großteils nach KV an, bei Foodora sind rund 95 Prozent freie Dienstnehmer.
APA/EVA MANHART

Wien – Der Streit um den Kollektivvertrag 2024 für die Fahrradbotinnen und Fahrradboten dreht eine neue Runde. Am Dienstag zwischen 17.30 und 22 Uhr, der Hauptzeit für Essenszustellungen, wird von den Ridern vor Lieferando- und Foodora-Standorten in Wien, Salzburg, Graz, Innsbruck und Klagenfurt protestiert. Sechs ergebnislose Verhandlungsrunden hat es bisher gegeben, die Gewerkschaft Vida fordert für die rund 2000 Betroffenen ein Lohnplus von 8,7 Prozent, die Arbeitgeber bieten 5,8 Prozent.

Wobei es nicht nur dicke Luft zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern gibt, auch bei den Unternehmen ist man sich nicht so ganz eins. Denn nur die Hälfte strampelt in einem ordentlichen Arbeitsverhältnis mit einer Anstellung und Kollektivlohn – die anderen 50 Prozent sind freie Dienstnehmerinnen und Dienstnehmer oder aus Sicht der Gewerkschaften eher Scheinselbstständige. Vor allem Lieferando stellt seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nach KV an, bei Foodora sind laut Angaben des Unternehmens rund 95 Prozent der Flotte freie Dienstnehmer. Bei dem finnischen Anbieter Wolt, der nur in Wien vertreten ist, gibt es nur freie Dienstnehmer und Selbstständige.

Laut Vida liegt der Bruttomonatslohn der Fahrradboten mit 1730 Euro bei einer 40-Stunden-Woche netto knapp an der aktuellen Armutsgrenze. Das Durchschnittsalter eines Fahrradboten in Österreich liege im Schnitt bei 30 Jahren. (APA, 21.5.2024)