Ein Binärcode ist auf dem Display eines Laptops zu sehen.
Sensible Daten sind über den Ticketverkäufer Ticketmaster offenbar in falsche Hände gelangt.
IMAGO/Silas Stein

Die Hackergruppe "ShinyHunters" hat angeblich Zugriff auf Daten von über 560 Millionen Nutzern des Ticketverkäufers Ticketmaster erlangt und bietet diese nun zum Verkauf an. Der Datensatz, der zum Preis von 500.000 US-Dollar im Darknet verkauft werden soll, umfasst nicht nur Namen, Adressen, E-Mail-Adressen und Telefonnummern – auch sensible Kreditkarteninformationen wie die letzten vier Ziffern der Kreditkartennummern sollen inkludiert sein.

Laut einem Bericht von Hackread behauptet die Hackergruppe, insgesamt 1,3 Terabyte an Daten erbeutet zu haben. Die Breite und Tiefe der enthaltenen Informationen könnten gravierende Folgen für die Betroffenen haben, einschließlich Identitätsdiebstahl und finanzieller Schäden. Bislang ist unklar, ob Ticketmaster die betroffenen Kunden über das potenzielle Datenleck informiert hat.

Problematische Vergangenheit

Es ist nicht der erste Vorfall, bei dem Ticketmaster in Sicherheitsbedenken verwickelt ist. Im Jänner 2023 räumte das Unternehmen unter anderem ein, dass der Ticketverkauf für Konzerte von Taylor Swift durch einen Angriff mit Bots beeinträchtigt wurde.

Zudem wurde Ticketmaster im Jänner 2021 selbst für schuldig befunden, in die Systeme des Konkurrenten Songkick eingedrungen zu sein, was zu einer gerichtlichen Einigung in Höhe von zehn Millionen US-Dollar führte. Zuletzt reichte das US-amerikanische Justizministerium am 23. Mai 2024 Klage gegen den Mutterkonzern Live Nation wegen Missbrauchs seiner Marktmacht ein.

Was Betroffene jetzt tun können

Angesichts der Schwere des möglichen Datenlecks sollten die Nutzerinnen und Nutzer des Ticketanbieters ehestmöglich entsprechende Vorsichtsmaßnahmen treffen. Es wird empfohlen, Passwörter zu ändern und auf möglicherweise erfolgende betrügerische E-Mails, SMS und verdächtige Telefonanrufe nicht zu reagieren. Eine offizielle Stellungnahme von Ticketmaster liegt derzeit noch nicht vor. (red, 29.5.2024)