Iga Swiatek setzte sich nach Abwehr eines Matchballs durch.
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Viele Regenschirme und wenig Tennis - aber dann doch ein echter Krimi in Paris: Die Titelverteidigerin und Sandplatz-Dominatorin Iga Swiatek hat in allergrößter Not ihre Super-Serie verteidigt. Die Weltranglistenerste aus Polen wehrte in einem hochklassigen Duell gegen die furios aufspielende Naomi Osaka sogar einen Matchball ab, träumt aber weiter vom nächsten Coup.

"Das war ein brillantes Tennis-Match, ich war nicht immer da", sagte Swiatek: "Vielleicht wird sie eines Tages doch eine Sandplatz-Expertin." Die Japanerin Osaka, die erst im Frühjahr nach Babypause wieder auf die Tour zurückkehrte, feierte ihre großen Triumphe bislang in Melbourne und New York, verlangte Swiatek nun aber alles ab. Sie musste sich dann aber doch 6:7 (1:7), 6:1, 5:7 im Zweitrundenduell geschlagen geben. Swiatek hat 16 Siege in Paris in Folge eingefahren und die erste große Prüfung in diesem Jahr bestanden. Die bislang größte Überraschung des Turniers lag lange in der Luft, Swiatek hat 2020, 2022 und 2023 in Paris die Trophäe gewonnen und greift jetzt weiter an.

Während eines verregneten Tages richteten sich die Blicke umso mehr auf die überdachten Hauptplätze. Auf dem Court Philippe Chatrier mühte sich Carlos Alcaraz vor dem Duell zwischen Osaka und Swiatek stärker als gedacht. Der Titelkandidat aus Spanien setzte sich mit 6:3, 6:4, 2:6, 6:2 gegen den frech aufspielenden Qualifikanten Jesper de Jong aus den Niederlanden durch.

Nach seiner Ellenbogen-Verletzung, wegen der er fast vier Wochen ausgefallen war, spielte Alcaraz erneut mit einem weißen Verband am rechten Schlagarm. Mit dem mutigen Spiel von De Jong, der Nummer 176 der Welt, hatte der Vorjahres-Halbfinalist vor allem im dritten Satz Probleme. Nach 3:09 Stunden gewann Alcaraz das Match dank eines Vorhand-Fehlers des Niederländers, dem am Ende die Kraft auszugehen schien.

"Ich habe immer gesagt, dass dir jeder Spieler Probleme bereiten kann. Man muss bei jedem Punkt fokussiert bleiben, in jeder Runde. Da spielt das Ranking keine Rolle", sagte Alcaraz nach seinem Sieg. Im Kampf ums Achtelfinal-Ticket trifft der zweifache Grand-Slam-Turniergewinner auf den Sieger des Duells zwischen dem US-Amerikaner Sebastian Korda und Kwon Soon-woo aus Südkorea.

Ebenfalls einen Satz verlor der in Paris als Nummer neun gesetzte Stefanos Tsitsipas gegen den Deutschen Daniel Altmaier. Der Grieche gewann schließlich mit 6:3,6:2,6:7(2),6:4. Auch Coco Gauff und Ons Jabeur schafften es in der nächsten Runde. Die US-Amerikanerin ließ der slowenischen Qualifikantin Tamara Zidansek beim 6:3,6:4 keine Chance, die Tunesierin besiegte Kolumbiens Camila Osorio mit 6:3,1:6,6:3.

Wie schon in den vergangenen Tagen bereitete der Regen den Veranstaltern große Sorgen. Die Matches auf den nicht überdachten Plätzen im Stade Roland Garros wurden früh unterbrochen, am frühen Abend folgte die Absage aller dort angesetzten Matches. Das betraf auch das Zweitrundenspiel von Sebastian Ofner gegen den Argentinier Sebastian Baez. Am Donnerstag ist neben dem Steirer auch dessen engerer Landsmann Filip Misolic gegen den Argentinier Francisco Cerundolo im Einsatz. (sid, APA, red, 30.5.2024)