Wasserstand in Passau, Hochwasser.
Die höchste Meldestufe liegt in Passau bei 8,5 Metern. Das Wasser stand am Freitagmorgen bei 8,6 Metern, Tendenz sinkend.
APA/dpa/Peter Kneffel

Regensburg – Die Wasserstände an der unteren Donau im deutschen Bayern sinken. So lag der Pegelstand am Freitag an der Eisernen Brücke in Regensburg nach Daten des Hochwassernachrichtendiensts (HND) von 8 Uhr noch bei 5,57 Metern. Das ist weiter über der höchsten Meldestufe 4, die bei 5,5 Metern liegt. Laut Prognose müsste der Wasserstand aber im Laufe des Tages die Schwelle unterschreiten. In den vergangenen Tagen hatte der HND Wasserstände von bis zu 6,17 Metern gemessen.

In Straubing wies der Pegel Freitagfrüh einen Stand von 6,8 Metern auf, Tendenz ebenfalls sinkend, aber noch weit über der Meldestufe 4. Im hochwassererprobten Passau stand das Wasser der Donau 8,6 Meter hoch, Tendenz leicht sinkend, aber ebenfalls noch über der höchsten Meldestufe, die hier bei 8,5 Metern liegt.

An der oberen Donau bis einschließlich Kelheim sinken die Wasserstände weiter, wenngleich die Donau in Kelheim weiter deutlich über der Meldestufe 4 liegt.

Analyse: Klimawandel verschlimmerte Hochwasser

Einer Schnellanalyse zufolge hat der Klimawandel Anteil am Ausmaß des Hochwassers in Süddeutschland gehabt. Der Starkregen, der die Überschwemmungen verursachte, sei dadurch bis zu zehn Prozent stärker ausgefallen als ohne menschengemachte Erwärmung, teilte das Forschungskonsortium Climameter am Freitag mit. El Niño und andere natürliche Klimaphänomene spielten demnach keine Rolle. Selbst scheinbar geringe Mengen an verstärkten Niederschlägen können unverhältnismäßig große Auswirkungen haben, wie das Forschungskonsortium erklärte. Versicherer rechnen indes mit rund zwei Milliarden Euro Schaden, der Gesamtschaden liegt noch höher.

Climameter ist ein von der Europäischen Union und der französischen Forschungsorganisation CNRS finanziertes Forschungsprojekt. Die sogenannte Attributionsstudie stützt sich auf meteorologische Daten der letzten 40 Jahre, wie es hieß. Die Forschenden verglichen ähnliche Tiefdruckgebiete am Ende des 20. Jahrhunderts (1979 bis 2001) mit solchen aus den vergangenen Jahrzehnten (2002 bis 2023). Tiefdruckgebiete, wie sie jetzt in Süddeutschland auftraten, sind demnach inzwischen etwa zehn Prozent intensiver. (APA, red, 7.6.2024)