Austrian Airlines
Die Austrian-Airlines-Maschine nach der erfolgreichen Landung.
exithamster

Eine Maschine von Austrian Airlines, genauer der Flug OS434 von Palma de Mallorca nach Wien, ist am Sonntag beim Landeanflug in eine Gewitterzelle geraten, die laut Angaben des Unternehmens auf dem Wetterradar nicht zu sehen war, und von Hagel schwer beschädigt worden. Die Nase des Airbus 320 wurde großteils abgerissen und auch die Frontscheibe schwer beschädigt. Die Landung um 17.55 Uhr sei aber gut und sicher verlaufen. "Alle auf dem Flug befindlichen Passagiere blieben unverletzt. Das Team der Austrian-Airlines-Technik ist bereits mit der konkreten Schadenserhebung des betreffenden Flugzeugs betraut."

"Wie bei solchen Vorfällen üblich, wurde eine Untersuchung eingeleitet, warum der gestrige Flug OS434 durch eine Zone mit Hagel geflogen ist", teilte Austrian Airlines auf Anfrage mit. "Der Vorfall dauerte nur wenige Sekunden", hieß es.

Wie hoch der Schaden ist und wie lange der Flieger ausfällt, könne man aktuell noch nicht sagen, heißt es von einer Pressesprecherin. Die Überprüfung der Flugzeugsysteme bzw. die Beobachtung der aktuellen als auch vorhergesagten Wettersituation entlang der gesamten Strecke seien die Hauptaufgaben der Cockpit-Crews während des Fluges, die "mit sehr großer Gewissenhaftigkeit" durchgeführt werden, wurde betont.

Luftfahrtexperte: "Unwetter im Flugverkehr werden heftiger"

Grundsätzlich würden die Systeme an Bord eines Flugzeugs wie das Wetterradar sehr zuverlässig funktionieren, bei unvorhersehbaren Wettersituationen bleibe aber wenig Zeit, um etwa einer Gewitterwolke auszuweichen, sagte Luftfahrtexperte Kurt Hofmann im Ö1-Mittagsjournal. "Man sieht immer mehr extremere Wetterereignisse, die Unwetter im Flugverkehr werden heftiger", sagte Hofmann.

Es zeige sich auch eine Zunahme von schweren Turbulenzen, wie etwa zuletzt bei einem Vorfall mit Singapore Airlines, bei dem ein Passagier verstarb und mehr als 30 Personen verletzt wurden. Der Experte empfahl, während des Fluges immer angeschnallt zu sein. Der Hagelschaden zeige aber auch, welchen enormen Belastungen Maschinen standhalten können. (red, APA, 9.6.2024)