Emmanuel Macron, Seitlich an Podium.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte nach herben Verlusten seiner Partei bei der Europawahl überraschend Neuwahlen angekündigt.
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Paris – Frankreichs linke Oppositionsparteien wollen bei den vorgezogenen Parlamentswahlen Ende des Monats zusammenarbeiten und gemeinsame Kandidaten aufstellen. Die Sozialisten, Grünen, Kommunisten und die radikalere Partei Unbeugsames Frankreich vereinbarten am Montagabend eine Wahlkampfplattform, um gemeinsam mit besseren Chancen gegen die liberale Partei von Präsident Emmanuel Macron und die rechtsextreme Partei Rassemblement National (RN) von Marine Le Pen anzutreten.

Ziel sei es, eine Alternative zu Macron zu präsentieren "und gegen das rassistische Projekt der extremen Rechten zu kämpfen", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung. Die Parteien wollen in jedem Wahlbezirk einen gemeinsamen Kandidaten unterstützen. Die linken Parteien hatten bereits im vergangenen Parlamentswahlkampf 2022 zusammengearbeitet. Ein Führungsstreit und politische Differenzen – unter anderem über den Gaza-Krieg – führten später aber zu Rissen in dem Bündnis.

Macron hatte nach den herben Verlusten seiner Partei und dem klaren RN-Sieg bei der Europawahl am Sonntag überraschend die Nationalversammlung aufgelöst und Neuwahlen für den 30. Juni angesetzt. In einer ersten Meinungsumfrage nach der Europawahl wurde dem Rassemblement National die meisten Stimmen vorausgesagt, eine absolute Mehrheit würde die Partei allerdings verfehlen. (Reuters, red, 11.6.2024)