Betrunkener Mann am Strand
Alle Verbote und Maßnahmen haben auch heuer nichts genutzt: Am Pfingstwochenende war in Lignano wieder Exzess angesagt. 2025 soll sich das ändern (Symbolfoto).
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Lignano ist, ähnlich wie Mallorca, immer für Schlagzeilen gut. Speziell rund um das Pfingstwochenende häufen sich diese, wenn sich wieder tausende Feierwütige, der überwiegende Großteil aus Österreich, auf den Weg in den Badeort an der Adria machen, um unter dem Motto "Tutto Gas" die Sau von der Kette zu lassen. Es ist ein sich jährlich wiederholendes Ritual.

Auch heuer wurden die Erwartungen nicht enttäuscht: Bis zu 90.000 Gäste aus Österreich und Deutschland stürmten am Pfingstwochenende den friaulischen Ort. Dabei kam es trotz starker Polizeikontrollen zu Alkoholexzessen. 30 Personen mussten durch die Rettung erstversorgt, 15 Männer alkoholbedingt in Spitäler eingeliefert werden. Ein Dutzend Personen wurden wegen Schlägereien angezeigt, berichteten lokale Medien.

Die Party verlagern

Einige Gäste in Partylaune zündeten Rauchbomben an. Es kam zu Streitereien und Ausschreitungen, die Polizei musste einschreiten. Zudem seien die Straßen durch Müll stark verschmutzt worden, hieß es. Die im Vorfeld getroffenen Maßnahmen der Stadtverwaltung, etwa Verbote des Ausschank und des Verkaufs von Getränken in Gläsern und Dosen mit Ausnahme der Tischbedienung sowie von Musik nach 1 Uhr, halfen nichts. Auch die Verstärkung der Sicherheitskräfte scheint nicht gewirkt zu haben.

Bürgermeisterin Laura Giorgi rief angesichts der Alkoholexzesse und wilden Partys die jungen Österreicher zu "mehr Respekt" gegenüber der Stadt auf. "Die Gemeinde hat sich stark engagiert, um Exzesse zu vermeiden. Wir sind seit jeher Freunde Österreichs und freuen uns auf die Gäste aus unserem Nachbarland. Wir hoffen jedoch in Zukunft auf mehr Respekt für unsere Stadt. Partys dürfen nicht ausarten, denn Exzesse schaden dem Ansehen Lignanos als Urlaubsort", sagte Giorgi.

Die Einheimischen wollen sich den Trubel nicht mehr gefallen lassen. Den Druck spürt auch die Stadtverwaltung. So wurde bereits im Mai laut darüber nachgedacht, die Party aus der Innenstadt wegzuverlagern. Massimo Brini, Tourismusstadtrat von Lignano, sagte der Kleinen Zeitung: "Wir hatten mit dem Bikerfestival wenige Tage vor dem Pfingstfest eine große Veranstaltung in der Nähe des Luna-Parks. Ich habe mir überlegt, dass wir dort auch die nächste Feier zu Pfingsten durchführen könnten – an diesem Platz könnten alle Bier und anderen Alkohol trinken, und die Stadt bliebe damit alkoholfrei." Die Feiern am Strand sollen davon allerdings nicht betroffen sein, hieß es damals.

Laut Krone könnten die Auslagerung des Partygeschehens und weitere Maßnahmen schon Anfang Juli im Stadtsenat beschlossen werden. Dazu zählt zum Beispiel ein absolutes Party- bzw. Saufverbot an Stränden. Außerdem soll Alkohol ausschließlich an Restaurant- und Lokalgäste mit Tischplätzen ausgeschenkt werden. Letzteres hat bekanntlich schon heuer nichts bewirkt. (red, 19.6.2024)