Zug am Bahnhof
Der privat betriebene Nachtzug von European Sleeper soll im Winter auf dem Weg von Brüssel nach Venedig auch Innsbruck einen Besuch abstatten.
APA/AFP/Belga/JAMES ARTHUR GEKIE

Der private Nachtzugbetreiber European Sleeper erwägt eine Verbindung von Brüssel nach Venedig. Die Züge sollen, so der Plan, auch in Innsbruck haltmachen und es auf diese Weise Skifahrerinnen und Skifahrern ermöglichen, umweltfreundlich zu den Tiroler Skigebieten anzureisen. Mitbegründer Elmer van Buuren erklärte gegenüber Travel Weekly, dass der "Good Night Train" mittwochs aus Belgien abfahren und sonntags aus Venedig zurückkehren soll. Somit könne man ein langes Skiwochenende einplanen. Das Unternehmen arbeitet darauf hin, diesen Winterdienst zwischen Februar und Ostern 2025 auf Schiene zu bringen.

Jeder Zug hätte eine Kapazität von 750 Passagieren in Schlafwagenabteilen, wobei die Fahrzeit nach Innsbruck auf 15 Stunden und nach Venedig auf 20 Stunden geschätzt wird, wie es vonseiten des Unternehmens heißt. Die Kosten für die Fahrkarten müssen noch bestätigt werden, aber van Buuren sagte, dass sie "viel attraktiver" sein werden als die Flugtarife in der Hochsaison zu den alpinen Skigebieten.

Alternative zum Flug

Das Unternehmen hat schon im Mai 2023 Nachtzüge zwischen der belgischen Hauptstadt und Berlin in Betrieb genommen und vor drei Monaten die Strecke nach Dresden und Prag erweitert. Die Fahrpreise zwischen Brüssel und Prag beginnen bei 49 Euro für einen Sitzplatz und 79 Euro für ein Liegeabteil in einem Gemeinschaftsabteil.

European Sleeper möchte zudem sein Streckennetz im nächsten Jahr bzw. 2026 weiter ausbauen, um Südfrankreich und Barcelona von Brüssel oder Amsterdam aus zu bedienen. Van Buuren beschrieb das European-Sleeper-Konzept als "nachhaltige" Alternative zu Flug- und Autoreisen, mit der das Unternehmen vom Trend zum "Slow Travel" profitieren will, der insbesondere seit der Pandemie aufgekommen ist. Die Menschen wollen "intelligenter statt schneller" reisen und die Zeit, die sie am Zielort verbringen, besser nutzen, erklärte van Buuren. Er beklagt allerdings die ungleichen Wettbewerbsbedingungen zwischen internationalen Zugbetreibern in Europa und dem Luftfahrtsektor. (red, 20.6.2024)