Eike Schmidt wird nicht Bürgermeister von Florenz.
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Rom – Ex-Uffizien-Chef Eike Schmidt ist mit seinem Plan gescheitert, neuer Bürgermeister der Stadt Florenz zu werden. Bei der Bürgermeisterstichwahl am Sonntag und Montag wurde der von Mitte-rechts-Parteien unterstützte Deutsche aus Freiburg von der sozialdemokratischen Kandidatin Sara Funaro besiegt. Diese setzte sich mit 60,6 Prozent der Stimmen durch, wie aus dem Wahlergebnis am Montag hervorging, Schmidt musste sich mit 39,4 Prozent der Stimmen begnügen.

Erste Bürgermeisterin

Die 48-jährige Psychologin und ehemalige Stadträtin für Soziales und Gesundheit galt als Favoritin im Bürgermeisterduell. Sie war mit einem Vorsprung von zehn Prozentpunkten auf Schmidt in die Stichwahlen eingezogen. Funaro ist die erste Frau in der Geschichte von Florenz, die das Bürgermeisteramt übernimmt. Sie widmete ihren Wahlsieg ihrem Großvater Piero Bargellini, Bürgermeister von Florenz im Jahr 1966, als eine enorme Flutwelle das Stadtzentrum zerstört hatte. Die 382.000-Einwohner-Stadt gilt seit jeher als Hochburg des italienischen Mitte-links-Lagers.

Der im vergangenen November eingebürgerte Schmidt wurde unter anderem von der postfaschistischen Partei Fratelli d'Italia von Regierungschefin Giorgia Meloni und deren Koalitionspartnern unterstützt. Der 56-Jährige war bis zum vergangenen Jahr Direktor des weltberühmten Kunstmuseums Uffizien in der Regionalhauptstadt der mittelitalienischen Region Toskana.

Berufliche Zukunft

Nach der Niederlage bei der Bürgermeisterstichwahl wird Schmidt zu seinem Job als Kulturmanager zurückkehren. Er ist derzeit Direktor des namhaften Museums Capodimonte in Neapel. Der aus Deutschland stammende Kunsthistoriker, der mit einer Italienerin verheiratet ist, hatte im vergangenen November die italienische Staatsangehörigkeit erhalten.

Eike Schmidt wurde 2017 zum Generaldirektor des Kunsthistorischen Museums in Wien als Nachfolger von Sabine Haag designiert. Durch Veränderungen der politischen Verhältnisse in Italien – mit Dario Franceschini wurde damals wieder jener Politiker Kulturminister, der vor einigen Jahren die Museumsreform durchgesetzt und damit Chefposten für ausländische Manager an den Museen ermöglicht hatte – sah Schmidt eine Verlängerung in Italien aber in Reichweite und sagte in Wien kurzfristig ab. So begann er 2019 sein zweites Mandat in den Uffizien, das im Dezember ausgelaufen ist.

Unter Schmidts Leitung konnten die Uffizien ihre Besucherzahl stark erhöhen. Der Kulturmanager hatte sich sehr für die Modernisierung des meistbesuchten italienischen Museums eingesetzt. (APA, 24.6.2024)