Österreichs Nationalmannschaft hat sich während der EM nicht nur sportlich beachtlich geschlagen. Trainer Ralf Rangnick und einige Spieler hatten sich auch wiederholt deutlich für Zusammenhalt und Integration und gegen Rechtsextremismus ausgesprochen.

Das österreichische Nationalteam nach dem Sieg gegen Polen bei der EM am 21. Juni 2014. 
Die österreichische Nationalmannschaft steht erfolgreich für Zusammenhalt und gegen rechte Spalterei.
IMAGO/Sebastian Frej

Das dürfte die FPÖ nicht erfreut haben. Jedenfalls veröffentlichte die Freiheitliche Jugend Wien auf Tiktok ein Video, in dem Jungfunktionär Moritz Greiner verkündet, dass man "das ganze Jahr für Österreich" und dafür arbeite, dass die österreichische Mannschaft in wenigen Jahren nicht so "aussehe wie die französische".

Dass damit die Dressen oder der Spielstil der Franzosen gemeint waren, ist auszuschließen. Es ging um die Hautfarben von Österreichern wie David Alaba, Kevin Danso oder Philipp Mwene.

Das passt zum Verschwörungsmythos des großen Bevölkerungsaustauschs, den sowohl die Freiheitlichen als auch andere Rechtsextreme wie die Identitären und der Attentäter im neuseeländischen Christchurch verbreiten, und sorgte postwendend für Empörung. Das Video wurde gelöscht.

"Berechtigte Sorge"

FPÖ-Generalsekretär Christian Hafenecker räumte auf STANDARD-Nachfrage ein, dass die "gewählte Form der Kritik ungeschickt und unglücklich" sei. Zudem sei Österreichs Situation mit jener Frankreichs nicht vergleichbar, weil Frankreich als ehemalige Kolonialmacht einen völlig anderen Zugang zum Thema Migration hat. Doch sei die Sorge der Parteijugend "berechtigt", das blaue Ziel sei eine "Festung Österreich" und "Null bei Asylanträgen".

Vom Österreichischen Fußballbund (ÖFB) gibt es auf STANDARD-Anfrage eine Stellungnahme im Sinne der Statements der letzten Wochen und Monate: "Der ÖFB und das Nationalteam stehen für Toleranz, Vielfalt und Integration in allen Bereichen unserer Gesellschaft", heißt es da. "Der Verband positioniert sich seit Jahren ganz klar gegen Extremismus, Diskriminierung und Spaltung jeglicher Art und leistet dahingehend auch viel Präventionsarbeit, denn dies steht in krassem Widerspruch zu allen Werten, die der ÖFB und der Fußball verkörpern." (Colette M. Schmidt, 10.7.2024)