Nachdem die Gespräche mit Oracle gescheitert sind, will man bei xAI den Supercomputer nun selbst bauen
AFP/ETIENNE LAURENT

Ein geplanter Milliardendeal zwischen Oracle und dem KI-Startup xAI von Elon Musk ist geplatzt. Der xAI- und Tesla-Chef Musk erklärte am Dienstag auf seinem Kurznachrichtendienst X, man werde nun selbst ein Datenzentrum mit 100.000 Prozessoren des Typs H100 von Nvidia bauen. Zuvor hatte das Medium The Information berichtet, die Gespräche über den Deal mit einem potenziellen Wert von zehn Milliarden Dollar (9,23 Milliarden Euro) seien beendet worden.

Unter anderem habe Oracle die von Musk verlangte Bauzeit als unrealistisch betrachtet, hieß es unter Berufung auf mehrere an den Verhandlungen beteiligte Personen. Zudem habe der SAP-Konkurrent Bedenken zur Stromversorgung geäußert.

Musk: "Müssen Lenkrad selbst in die Hand nehmen"

Das Geschäft sollte eine bestehende Abmachung erweitern, bei der xAI Nvidia-Chips für die Künstliche Intelligenz (KI) des Cloud-Anbieters mietet. Musk schrieb auf X jedoch, xAI müsse schneller sein als jedes andere KI-Unternehmen, um im Wettbewerb bestehen zu können. "Wenn unser Schicksal davon abhängt, mit Abstand der Schnellste zu sein, müssen wir das Lenkrad selbst in die Hand nehmen, statt auf dem Rücksitz zu sitzen." Eine Oracle-Stellungnahme lag zunächst nicht vor.

Gegenwärtig bietet xAI den Chatbot Grok an, eine generative KI, die damit grundsätzlich die gleiche Technologie wie ChatGPT des Microsoft-Partners OpenAI nutzt. Musk erklärte nun, der Nachfolger Grok 2 sei mit 24.000 von Oracle gemieteten H100-Chips trainiert worden und dürfte vermutlich kommenden Monat veröffentlicht werden. Das neue System mit 100.000 Stück der H100 werde "der mit großem Abstand mächtigste Trainings-Cluster der Welt", schrieb Musk weiter.

Der Chip ist das Flaggschiff von Nvidia und stammt von 2022. Insbesondere mit ihm hat der US-Konzern im vergangenen Jahr einen Marktanteil von 80 Prozent erreicht. (APA, 10.7.2024)