Warschau 1945. Deutschland weist neue polnische Forderungen nach Reparationszahlungen zurück.

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Berlin/Warschau – Die deutsche Regierung hat die polnische Forderung nach deutschen Kriegsreparationen in mindestens dreistelliger Milliardenhöhe zurückgewiesen.

Deutschland stehe zu seiner Verantwortung für die "unfassbaren Verbrechen" des Zweiten Weltkriegs, sagte Regierungssprecher Steffen Seibert am Freitag. Dafür habe Deutschland erhebliche Reparationszahlungen auch an Polen geleistet und leiste auch weiter Zahlungen für die Folgen des NS-Unrechts. Polen habe aber 1953 auf weitere Forderungen verzichtet und das mehrfach bestätigt, so Seibert. "Es gibt für die Bundesregierung gar keinen Anlass, an der völkerrechtlichen Wirksamkeit des Reparationsverzichts von 1953 zu zweifeln."

Zuletzt hatte die Polens rechtskonservative Regierungschefin Beata Szydło die Reparationsforderungen bekräftigt. Davor hatte Innenminister Mariusz Błaszczak die materiellen Kriegsschäden auf eine Billion Dollar (derzeit 840 Milliarden Euro) geschätzt. Außenminister Witold Waszczykowski sagte dazu: "Vielleicht sogar noch mehr." (APA, 8.9.2017)