Auf der Liste sind 2.043 Milliardäre mit einem Vermögen von insgesamt 7,7 Billionen Dollar vertreten.

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Davos/Berlin – "82 Prozent des im vergangenen Jahr erwirtschafteten Vermögens ist in die Taschen des reichsten Prozents der Weltbevölkerung geflossen"- das geht aus einem am Montag veröffentlichten Bericht der Entwicklungshilfeorganisation Oxfam mit dem Titel "Reward Work, not Wealth" hervor. Die Zahl der Milliardäre erreichte im vergangenen Jahr unterdessen ein Rekordhoch.

Zwischen 2016 und 2017 kam "alle zwei Tage ein neuer Milliardär hinzu", wie Oxfam mit Verweis auf die erstmals 1987 veröffentlichte Milliardärsliste des US-Magazins "Forbes" feststellt. Seien es vor 30 Jahren noch 140 Milliardäre mit einem Gesamtvermögen von 295 Milliarden Dollar (241,11 Milliarden Euro) gewesen, so seien 2017 2.043 Milliardäre mit insgesamt 7,7 Billionen Dollar auf der Liste vertreten – laut Oxfam ein Rekordhoch.

"Das reichste Prozent der Weltbevölkerung besitzt weiterhin mehr Vermögen als der gesamte Rest", prangert die Hilfsorganisation an. Die "3,7 Milliarden Menschen, die die ärmere Hälfte der Weltbevölkerung ausmachen", würden hingegen nicht vom Vermögenswachstum profitieren.

Kritik an Steuervermeidung

Einen Grund für dieses Ungleichgewicht sieht Oxfam in der "Steuervermeidung von Konzernen und Superreichen". Demnach drückt sich das "reichste Prozent der Bevölkerung" durch "Steuertricks um Steuerzahlungen von etwa 200 Milliarden US-Dollar pro Jahr". Den Entwicklungsländern hingegen, kritisiert die Hilfsorganisation weiter, entgingen durch diese Tricks mindestens 170 Milliarden US-Dollar an Steuereinnahmen pro Jahr – "mehr als die gesamte weltweite Entwicklungshilfe (145 Milliarden US-Dollar/Jahr)".

Jörn Kalinski, Kampagnenleiter von Oxfam Deutschland, prangert in der Aussendung zudem an, dass das derzeitige Wirtschaftssystem "auf der konsequenten Ausbeutung von Frauen" basiere. Sie würden "geringer bezahlt" als Männer und seien "überproportional häufig in schlecht bezahlten Berufen und in unsicheren Arbeitsverhältnissen vertreten". Schätzungen zufolge leisten Frauen jährlich "unbezahlte Pflege- und Sorgearbeit" im Umfang von zehn Billionen US-Dollar, zeigt Kalinski auf.

Aufforderung an die Politik

Oxfam fordert deshalb von den politisch Verantwortlichen "Steuervermeidung von Konzernen und Superreichen" zu stoppen, "faire Einkommen und gleiche Chancen für Frauen und Männer" durchzusetzen und "in Bildung und Gesundheit für alle" zu investieren. Der Bericht wurde im Vorfeld des Weltwirtschaftsforums in Davos veröffentlicht. Dort werden neben US-Präsident Donald Trump auch mehrere Regierungschefs Europas erwartet. (APA, 22.1.2018)