Musterbeispiel ist dabei die Stadt Rom, in der seit 1. Jänner die Zufahrtsbedingungen für Touristenbusse besonders streng sind.

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Rom – Bei der Beschränkung von Touristenströmen ist Italien Spitzenreiter. Die vom Massentourismus geplagten italienischen Kulturstädte haben zuletzt die Regeln für den Zugang von Reisebussen zu den Stadtkernen verschärft. Musterbeispiel ist dabei die Stadt Rom, in der seit 1. Jänner die Zufahrtsbedingungen für Touristenbusse besonders streng sind.

Nach der jetzigen Regelung ist das historische Zentrum am linken Tiberufer für Reisebusse komplett gesperrt. Am rechten Tiberufer, wo der Vatikan liegt, und im Süden der Altstadt mit dem Kolosseum wurden Zufahrts- und Haltemöglichkeiten limitiert. Für den übrigen Stadtbereich müssen Busunternehmen jeweils tagesbezogen eine Einfahrtgenehmigung buchen, die nach der Zahl der Halteplätze vergeben wird.

Schadstoffklassen

Busse mit der Schadstoffklasse E 0, 1, 2 und 3 können daher ihre Passagiere nicht mehr in die Nähe der berühmten Sehenswürdigkeiten führen. Eine Ausnahme gibt es lediglich für Busse mit Dieselpartikelfilter. Tourenanbieter, deren Busse die Schadstoffklasse E4 oder höher haben, müssen sich teure Zufahrtsgenehmigungen besorgen. Ein Block von 300 Einfahrten pro Jahr in den Kernstadtbereich kostet für einen großen Bus 26.250 Euro, für ältere Dieselfahrzeuge rund das Doppelte.

Auch Florenz hat mit Anfang 2019 die Regeln für Reisebusse in der Gemeinde verschärft. Für Busse mit Benzinmotoren der Schadstoffklasse E 0 und 1 sowie mit Dieselmotoren der Schadstoffklasse 0, 1 und 2 gilt ein komplettes Verbot in der sogenannten "blauen Zone", zu dem der gesamte Stadtkern gehört.

Der Florentiner Gemeinderat unter der Führung von Bürgermeister Dario Nardella plant demnächst weitere einschränkende Verkehrsmaßnahmen. So sollen 120 Zugänge die Zufahrt zur Stadt regeln und stark einschränken. Ziel ist die Errichtung eines "grünen Schilds" rund um die Stadt: "Wir wollen zu Italiens Großstadt mit dem niedrigsten Smog avancieren", lautet Nardellas ehrgeiziger Plan.

Eintrittsgeld

In Venedig zahlen Reisebus-Anbieter einen Pass, dessen Preis vom Endziel des Busses abhängt. Am Lido zu parken kostet weniger als auf dem Busparkplatz Piazza Roma. Die Preise hängen auch stark von der Saison ab. Touristen, die per Reisebus nach Venedig kommen, werden ab Mai wegen der ohnehin schon zu zahlenden Gebühren für die Bus-Stopps aber nicht das "Eintrittsgeld" für Tagestouristen aufbringen müssen, das vergangene Woche vom Gemeinderat eingeführt wurde und 2019 zunächst pro Person drei Euro beträgt. Ab kommendem Jahr soll der Betrag auf sechs Euro steigen und kann je nach Touristen-Aufkommen bis auf zehn Euro angehoben werden.

Besucher, die in Herbergen in der Lagunenstadt unterkommen, sind von der Zahlung befreit. Hotelgäste müssen schon jetzt eine Ortstaxe bezahlen. Das Geld soll nach Angaben von Bürgermeister Luigi Brugnaro vor allem in die Instandhaltung und Reinigung der historischen Stadt fließen. (APA, 1.3.2019)