Mit Apple Pay kann man im Geschäft mit dem iPhone wie mit einer Kredit- oder Bankomatkarte über NFC-Funk (Near Field Communication) kontaktlos bezahlen.

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Der iPhone-Bezahldienst Apple Pay ist vier Jahre nach dem Start in den USA nun auch in Österreich verfügbar. Mit Apple Pay kann man im Geschäft mit dem iPhone oder der Apple Watch wie mit einer Kredit- oder Bankomatkarte über NFC-Funk (Near Field Communication) kontaktlos bezahlen. Dazu muss das Gerät lediglich zum Kartenleser gehalten werden, eine PIN-Eingabe ist nicht nötig.

Voraussetzung sind Kassen bzw. Terminals in Geschäften, Restaurants, Taxis oder an Verkaufsautomaten, die für kontaktloses Bezahlen eingerichtet sind, sowie neuere Apple-Geräte (Handy, Smartwatch, Tablet) die für biometrische Erkennungsverfahren ausgestattet sind. Die Zahlung selbst – mit einem einmaligen und spezifischen Sicherheitscode autorisiert – wird mittels Gesichtserkennung bzw. Fingerprint bestätigt und abgeschlossen.

Banken

Auf dem iPhone (via Wallet) ist eine Kredit- oder Debitkarte in wenigen Minuten hinzugefügt – vorausgesetzt, dass das jeweilige Geldinstitut den Dienst auch unterstützt. Apple geht hierzulande mit N26, Erste Bank und Sparkasse, Mastercard sowie Visa an den Start. In den kommenden Monaten sollen weitere Banken und auch Mobilfunker dazukommen.

Apple Pay kann derzeit in zehntausenden Geschäften genutzt werden, etwa bei BP, Billa, Burger King, DM, Douglas, Hofer, H&M, Dunkin’ Donuts, Metro, Penny, MediaMarkt oder Starbucks.

Apple Pay ist in Österreich gelandet.
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Sicherheit als Trumpf

Apple geht auch davon aus, dass die Funktionen zur Sicherheit und zum Schutz der Privatsphäre insbesondere gut ankommen. Bei Apple Pay wird nicht die eigentliche Kreditkartennummer auf dem Gerät gespeichert, sondern eine verschlüsselte Identifikationsnummer ("Token"). Der Händler erhält beim Kauf mit Apple Pay nur eine einmalig generierte Transaktionsinformation. Daten wie der Preis oder der gekaufte Gegenstand werden von Apple nicht gespeichert. "Was wir nicht wissen, kann auch niemand bei uns abgreifen", erklärt Apple dazu.

Im Geschäft reicht dann ein doppelter Druck auf die rechte Seitentaste des iPhones aus, um den Zahlungsvorgang einzuleiten. Die digitalisierte Karte erscheint danach auf dem Display. Die Identifikationsnummer wird ans jeweilige Geldinstitut geschickt. Dieses bestätigt die Identität gegenüber dem Händler, danach wird die Transaktion freigegeben. Der Verkäufer erhält dabei keinen Zugriff auf die Kreditkartendaten.

In der Wallet kann man Kredit- oder Debitkarten hinzufügen.
Apple

Der Kunde hat nun zwei Möglichkeiten, den Kauf abzuschließen: Mit Face ID oder Touch ID. Bei Face ID erstellt ein Sensor ein Abbild des Gesichtes und gleicht es mit einem bereits abgespeicherten 3D-Foto des Nutzers ab. Touch ID hingegen scannt den Fingerabdruck und gleicht diesen mit dem vom Nutzer vorab am Handy eingespeicherten Abdruck ab. Klappt diese Verifizierung, muss der Kunde das Smartphone nur noch zum Terminal hinhalten – fertig.

mobiFlip

Sollte das Smartphone gestohlen werden, löscht die Bank nur das virtuelle Gegenstück der Karte und muss nicht die eigentliche Kreditkarte sperren. Und auch der Vergleich zum Bargeld fällt hier zugunsten der Smartphones aus. Wird eine Geldbörse gestohlen, sieht man in der Regel sein Geld nie wieder.

Kostenlos für die Nutzer

Für die Verbraucher ist die Nutzung von Apple Pay kostenlos. Und auch bei den Händlern fallen keine Zusatzkosten an. Der iPhone-Hersteller verlangt jedoch von den Banken Geld. Wie viel Apple kassiert, ist ein Branchengeheimnis. Für die USA gehen Experten von 0,15 Prozent der Transaktionssumme aus, in Europa dürfte der Wert niedriger sein, weil der zu verteilende Gebührenkuchen insgesamt deutlich kleiner ausfällt.

Vor wenigen Wochen erst hat Apple indes eine Kreditkarte gemeinsam mit Goldman Sachs angekündigt. Aus Sicht des Handyherstellers schwingt die Erwartung mit, dass ein Wechsel des Smartphones umso schwerer fällt, je mehr Dienstleistungen darauf sind.

Ob Google sein "Google Pay" nach Österreich bringt, ist derzeit noch unklar.

Beliebt

In Österreich ist das kontaktlose Bezahlen mit NFC-Karten mittlerweile populär. Im vergangenen Jahr wurde bereits jede zweite Zahlung mit einer Bankomatkarte kontaktlos abgewickelt. Das dabei erzielte Volumen lag bei über 10 Milliarden Euro, 83 Prozent mehr als 2017. Besonders häufig verwenden Verbraucher diese Methode im Lebensmittelhandel, in der Gastronomie, in Trafiken, Drogerien und Apotheken. Der Durchschnittsbetrag liegt bei 29 Euro. (Markus Sulzbacher, 24.4. 2019)