Faltbare Smartphones sollen ein großer Trend werden. Samsung bringt sein Galaxy Fold am 18. September auf den Markt.

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LGs 8K-OLED-Fernseher

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Was wurde aus dem Smart Home, was ist mit den faltbaren Handys, und warum soll Alexa das Licht in der Garage ausschalten? Diese Fragen werden seit Freitag auf der diesjährigen Internationalen Funkausstellung (IFA) in Berlin beantwortet. Die Messe läutet traditionell das Weihnachtsgeschäft ein.

Fernseher

Wie schon im vergangenen Jahr werden Fernseher auf der Messe für Unterhaltungselektronik in den Vordergrund gestellt. Schon in den vergangenen Jahren gab es dank der 8K-Auflösung mit vielen Bildpunkten diverse Fernseher mit ultrascharfem Bild zu sehen. Nun versuchen Hersteller wie Samsung oder LG die Technik im Umfeld der Olympischen Sommerspiele in Tokio im kommenden Jahr zu etablieren. Dabei gibt es derzeit fast keine Inhalte, die den Standard unterstützen, auch sind die Geräte vergleichsweise teuer.

Amazon nutzt die Messe, um seine Vision der Fernsehzukunft zu zeigen. Demnach soll die Fernbedienung durch Sprachbefehle abgelöst werden. Dafür hat man mit Grundig ein TV-Gerät entwickelt, das sich komplett über Amazons Sprachassistentin Alexa steuern lässt. Auf der IFA findet man auch weitere Traditionsmarken wie Telefunken oder Metz. Die Firmen sind zwar schon vor Jahren untergegangen, doch sie führen ein zweites Leben. Investoren oder andere Hersteller haben die Marken gekauft und vertreiben ihre Geräte damit.

Smartphone-Trends

Neben den Fernsehern sind Handys die Stars in Berlin. Neben der Vorstellung vernetzter Waschmaschinen und Kühlschränke stellte Samsung auch sein erstes Mittelklasse-Smartphone für 5G, das Galaxy A90 5G, vor und kündigte an, sein faltbares Galaxy Fold am 18. September in den Handel zu bringen. Allerdings nur in einigen Ländern, Österreich ist nicht dabei. Bei dem Gerät lässt sich das Display auf die Größe eines quadratischen Tablets aufklappen. Der für Ende April angekündigte Marktstart wurde jedoch verschoben, nachdem US-Journalisten reihenweise schon nach wenigen Tagen kaputte Testgeräte meldeten. Interessierte können das Fold in Berlin bereits testen. Auch der chinesische Handyhersteller Huawei will in den kommenden Wochen sein faltbares Mate X auf den Markt bringen, nachdem es zuvor ebenfalls technische Probleme gegeben hat.

Ein neues Smartphone gibt es auch von Sony. Statt eines faltbaren Displays oder 5G setzt man beim Xperia 5 jedoch auf ein Display mit Fernsehtechnologie – Videos sollen dadurch in intensiveren Farben und schärfer dargestellt werden. Faltbare Smartphones werden sich nach Einschätzung von Marktbeobachtern zu einem großen Trend entwickeln. Jeder dritte Verbraucher könnte sich vorstellen, ein solches Smartphone zu nutzen, geht aus einer Trendstudie des Beratungshauses Deloitte hervor. 58 Prozent der Befragten sehen den Vorteil darin, dass faltbare Smartphones weniger Platz benötigen. Den größeren Bildschirm halten 50 Prozent für besonders interessant. Die Geräte dürften mit Preisen bis zu 2.300 Euro allerdings zunächst nicht den Massenmarkt adressieren.

Alexa am TV

Daneben zeigt die IFA, dass mit immer mehr vernetzten Geräten von der Glühbirne bis zur Waschmaschine das Smart Home von einer Vision zu einer realen Möglichkeit geworden ist. Allerdings setzten sich bisher vor allem einfache Funktionen durch. So stellte Amazon auch die neue Version der Streamingbox Fire TV Cube vor, über die auch Smart-Home-Geräte gesteuert werden können. (Markus Sulzbacher aus Berlin, 6.9.2019)