Keine Angst, hier ist kein zweiter Dino-Killer im Anflug.

Foto: REUTERS/Rob O'Neal/Florida Keys News Bureau

Darmstadt – Amateur-Astronomen bekommen in der Nacht auf Sonntag die Gelegenheit, einen Asteroiden auf seinem Vorbeiflug zu beobachten. Laut Detlef Koschny, Asteroiden-Experte bei der europäischen Raumfahrtagentur ESA, wird ein durchschnittliches Teleskop ausreichen, um das Objekt 2000 QW7 zu sichten.

Möglich wird das nicht etwa, weil der Asteroid uns wirklich nahe käme, sondern weil es sich um einen ziemlichen Brocken handelt: Etwa 370 Meter soll er laut Astronomen groß sein. Passieren wird er uns in einem Abstand von rund fünf Millionen Kilometern – zum Vergleich: der Mond ist im Schnitt 384.000 Kilometer von der Erde entfernt.

Nicht auf der Risikoliste

Es besteht also keinerlei Gefahr, dass der Asteroid auf der Erde einschlagen könnte, auch nicht in absehbarer Zeit: Den nächsten sogenannten Flyby des Asteroiden erwarten die Experten im Jahr 2068 – und dann wird er sich mit einem Abstand von 15 Millionen Kilometern noch um einiges weiter von der Erde fernhalten als an diesem Wochenende.

"Spannend sind Asteroiden, die innerhalb der Mondbahn mit bis zu 400.000 Kilometern Abstand an der Erde vorbeifliegen", sagt Koschny. Alles, was weiter weg sei, beobachte die ESA nicht. Der vor 19 Jahren entdeckte 2000 QW7 stehe deshalb auch nicht auf der sogenannten Risikoliste der Raumfahrtagentur: "Auf der Liste sind nur die Asteroiden aufgeführt, die in den nächsten 100 Jahren theoretisch auf die Erde treffen könnten." Das sei bei 2000 QW7 definitiv nicht der Fall. Wäre er auf der derzeit 880 Asteroiden umfassenden Risikoliste, so würde er sich in puncto Größe allerdings in die Top 20 einsortieren. (red, APA, 14. 9. 2019)