Huthi-Kämpfer melden einen Erfolg gegen Saudi-Arabien. Sie zeigen auch Bilder von toten und sich ergebenden saudischen Soldaten, auf deren Wiedergabe wir aber verzichten.

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Huthi-Kämpfer auf einem Fahrzeug der saudischen Armee.

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Sanaa – Die Huthi-Rebellen im Jemen haben Videoaufnahmen veröffentlicht, die saudische Gefangene nach einer großangelegten Offensive im Grenzgebiet zu Saudi-Arabien zeigen sollen. Bei dem Angriff nahe der gemeinsamen Grenze – offenbar auf saudischem Gebiet – seien mehr als 2.000 Kämpfer des von Saudi-Arabien angeführten Militärbündnisses gefangen genommen worden, sagte Huthi-Militärsprecher Yahya Saree am Sonntag bei einer Ansprache im Rebellen-nahen Fernsehsender Almasirah. Darunter seien auch saudische Soldaten. Mehr als 500 Kämpfer des Bündnisses seien getötet oder verletzt worden.

Unabhängig bestätigen ließen sich die Angaben der Rebellen nicht. Das von Saudi-Arabien angeführte Militärbündnis äußerte sich bisher nicht. Saree sagte nicht, wann die angebliche Offensive lief.

Auch angebliche Saudi-Soldaten zu sehen

Almasirah zeigte nächtliche Raketenangriffe, die Teil der Offensive auf die sogenannte Najran-Achse gewesen sein sollen. Zu sehen sind in den Aufnahmen auch ein Huthi-Kommandant bei Absprachen zu dem angeblichen Angriff sowie Panzer und gepanzerte Fahrzeuge, mit denen Kämpfer zu flüchten versuchen.

Zu sehen sind außerdem mehrere Tote und Verletzte sowie Kämpfer, die ihre Waffen niederlegen oder mit erhobenen Händen aufgereiht durch eine Gebirgslandschaft gehen. Einige von ihnen erklären, Saudis zu sein. Auch zerstörte Fahrzeuge werden gezeigt.

Auch gegen den Iran

Der äußerst blutige Konflikt zwischen den Huthis und Saudi-Arabien tobt seit 2014. Die einst nur regional agierende Miliz hatte damals mit einer Offensive auf den von Saudi-Arabien und dem Westen unterstützten Präsidenten des Jamen, Abd Rabbo Mansur Hadi, begonnen. Dabei hatte sie weite Teile des Landes inklusive der Hauptstadt Sanaa eingenommen. Seit 2015 ist eine von Saudi-Arabien geführte und vom Westen unterstützte "Anti-Huthi-Allianz" in den Konflikt involviert. Ihr werden, ebenso wie den Huthis selbst, zahlreiche Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen.

Der Krieg hat das bitterarme Land nach UN-Angaben in die derzeit schwerste humanitäre Krise weltweit gestürzt. Das britische Projekt zur Analyse von Daten aus Konfliktgebieten (Acled) meldete im Juni mehr als 91.600 Tote im Jemen seit Anfang 2015, rund zehn Millionen Menschen sind von Hunger bedroht.

Saudi-Arabien war im März 2015 mit weiteren arabischen Staaten in den Krieg im südlichen Nachbarland eingetreten. Das sunnitische Königreich will den Einfluss seines schiitischen Erzrivalen Iran, der die Huthis unterstützt, zurückdrängen. (red, APA, 29.9.2019)