Tim Cook weilt gerade in Asien.

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Apple-CEO Tim Cook hat Monopole verteidigt: "Sie sind nicht schlecht, solange man sie nicht missbraucht", sagte er am Mittwochabend in einem Interview mit "Nikkei Asian Review". Dies festzustellen sei jedoch Aufgabe der Regulierungsbehörden und nicht seine. Apple selbst genieße keine Monopolstellung. "Wir haben wahrscheinlich mehr Konkurrenz als jedes andere Unternehmen auf der Welt", so der 59-Jährige.

Mehrere Klagen

Trotzdem sah sich das US-Unternehmen zuletzt mit Klagen wegen unlauteren Wettbewerbsmethoden konfrontiert. Der App Store stand dabei im Fokus. So hat Spotify im März eine Beschwerde bei der Europäischen Kommission eingebracht. Der Musikstreaming-Marktführer argumentierte unter anderem, er sei dadurch im Nachteil, weil er für Abo-Abschlüsse innerhalb der iPhone-App 30 Prozent der Erlöse an Apple abgeben müsse. Der Plattform-Betreiber selbst könne beim eigenen Streamingdienst Apple Music hingegen den gesamten Betrag behalten. Apple wies die Vorwürfe zurück.

Cook distanzierte sich auch von anderen Tech-Riesen wie Facebook und Google, die in der Kritik stehen, Nutzerdaten zu missbrauchen. "Sie sind nicht unser Produkt", richtete er sich an die Leser.

Auf Asien-Tour

Cook macht gerade eine Asien-Tour, um dort ansässige Apple Stores und Lieferanten zu besuchen. Am Dienstag besucht er etwa den japanischen Zulieferer Seiko Advance. Dabei verriet er, wie Apple die eigenen Standorte auswähle: "Wir schauen uns die verschiedenen Länder an und bewerten, welche Skills in einem Land zu finden sind. Dann entscheiden wir uns." Dabei widerspricht er US-Präsident Donald Trump, wonach Apple zu wenig im Inland produziere. "Wir haben über zwei Millionen Jobs in den USA geschaffen", sagt er. Dabei verweist er darauf, dass etwa das iPhone-Glas von der Firma Corning aus Kentucky stamme.

Gesundheit geht vor

Überhaupt macht sich Cook keine Sorgen, dass der Smartphone-Markt seinen Zenit erreicht haben könnte. "Manchmal sind die Entwicklungsschritte kleiner. Aber der Schlüssel ist, die Dinge besser zu machen und sie nicht nur der Veränderung willen zu verändern." Apples Produktpalette sei niemals stärker gewesen. Und was ist sein persönliches Highlight davon? "Unser größter Beitrag für die Menschheit findet im Gesundheitsbereich statt", sagt Cook. Besitzer einer Apple Watch Series 4 können etwa Elektrokardiogramme (EKG) durchführen, um die Herzschlagfrequenz zu messen.

Die Österreichische Ärztekammer sah das Ganze anlässlich eines STANDARD-Tests etwas skeptischer. Erfahrungen mit der neuen Apple Watch hatte man damals zwar noch nicht gesammelt. "Grundsätzlich liegt die ärztliche Expertise jedoch bei Medizinprodukten. Gimmicks wie die Apple Watch fallen da nicht darunter", erklärte Dietmar Bayer, Referent im ÖÄK-Referat für Telemedizin und medizinische Informatik und Vizepräsident der Ärztekammer Steiermark. (red, 12.12.2019)