Desinfektionsmittel auf einem Konferenztisch in Amazons Hauptquartier in Seattle – bei dem Unternehmen ist zumindest eine Person mit dem neuartigen Coronavirus infiziert.

Foto: (AP Photo/Ted S. Warren

Die Ausbreitung des Coronavirus macht sich zunehmend in der Technologie-Branche bemerkbar. Erste Unternehmen haben ihren Mitarbeitern Arbeit im Home Office angeordnet. Größere Veranstaltungen wie Googles Entwicklerkonferenz I/O wurden bereits abgesagt.

So hat Microsoft fordert seine Mitarbeiter zur Heimarbeit bis zum 25. März auf. Damit reagiert das Unternehmen auf die steigende Zahl der Coronavirus-Infektionen in Seattle, dem Firmensitz des Soft- und Hardwareherstellers.

"Diese Maßnahmen werden Ihre Sicherheit gewährleisten und auch den Arbeitsplatz für diejenigen, die vor Ort sein müssen, sicherer machen", sagt Vizepräsident Kurt DelBene in einem Blogeintrag. Mitarbeiter, für die "es wichtig ist, im Büro oder anderen Arbeitsumgebungen zu sein" – wie Rechenzentrum und Einzelhandelsmitarbeiter – sollten weiterhin an ihren Arbeitsplatz gehen. Das Unternehmen folge den Regierungsrichtlinien zur Desinfektion der Standorte, so DelBene.

Heimarbeit bei Twitter

Auch Twitter hat seine Mitarbeiter wegen der Coronavirus-Gefahr aufgerufen, weltweit von Zuhause aus zu arbeiten. Interne Besprechungen und wichtige Aufgaben sollen für den Internet-Zugang optimiert werden, kündigte der Kurznachrichtendienst am Montag an. Ziel sei, die Mitarbeiter zu schützen und die Ausbreitung der Krankheit zu bremsen.

In Hongkong, Südkorea und Japan müssen die Twitter-Beschäftigten sogar zwingend zu Hause arbeiten. In anderen Ländern können sie auch ins Büro kommen, "wenn sie es vorziehen oder es erforderlich ist". Twitter hatte Ende vergangenen Jahres 4.900 Mitarbeiter.

Infektion bei Amazon und Facebook

Amazon hat indes einen Coronavirus-Fall an seinem Hauptsitz in Seattle. Bei einer Person sei die Infektion nachgewiesen worden, wie der weltgrößte Online-Händler am Mittwoch unter anderem dem Fernsehsender CNBC und dem Technologieblog "The Verge" bestätigte. Die Amazon-Büros sind über die Innenstadt von Seattle verteilt.

Die infizierte Person arbeitete den Angaben nach in einem Gebäude, das nicht zum Kern-Hauptquartier gehört. Amazon hat mehr als 50.000 Mitarbeiter in der Region. Das Gebiet rund um Seattle entwickelte sich in den vergangenen Tagen zu einem Schwerpunkt von Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus in den USA.

Am Donnerstag meldete auch Facebook einen Fall in Seattle. Wie das Unternehmen in einer Stellungnahme bekannt gab, handle es sich dabei um einen Angestellten einer Vertragsfirma, das Büro zunächst bis 9. März geschlossen worden. Alle Mitarbeiter seien aufgefordert bis zum Ende des Monats zu Hause zu arbeiten.

Absagen

Auch mehrere Großveranstaltungen der Branche wurden bereits abgesagt, bzw. wackeln. So wurde der Mobile World Congress in Barcelona abgesagt, Googles Entwicklerkonferenz I/O findet ebenfalls nicht statt und wird wohl nur über Livestreams übertragen. Apple und Netflix haben laut "Bloomberg" ihre Teilnahme vom SXSW-Festival zurückgezogen. (APA/dpa/Reuter/red, 5.3.2020)