Auch eine Theorie: COVID-19 sei nicht für das Sterben verantwortlich, sondern 5G.

Foto: AP A

Das Thema hält die heimischen Mobilfunker schon länger auf Trab. Bereits vor der Coronakrise existierten viele Gerüchte rund um den neuen Mobilfunkstandard 5G – nun kursiert die steile These, er würde die Erkrankung auslösen. Eine Behauptung, für die es keine Beweise, aber viele Anhänger gibt.

5G in Wuhan

So wird von 5G-Gegnern und Verschwörungstheoretikern behauptet, die chinesische Stadt Wuhan sei schon vor der Ausbreitung von COVID-19 mit 5G vollversorgt gewesen. Was nicht stimmt. Zwar gibt es 5G-Mobilfunkmasten in der Stadt, von einem Vollausbau, ist sie jedoch weit entfernt. Dazu kommt, dass Viren sich nicht über Mobilfunk verbreiten können. Dazu hat sich nun sogar die Weltgesundheitsorganisation WHO explizit geäußert: "Viruses cannot travel on radio waves/mobile networks. COVID-19 is spreading in many countries that do not have 5G mobile networks". Auch spricht gegen diese Behauptung, dass COVID-19 auch in einigen Ländern verbreitet ist, die beim 5G-Ausbau hinterherhinken – wie etwa Frankreich oder dem Iran.

Sabotage

Das Thema polarisiert mittlerweile wie Impfungen. Das Thema beschäftigt auch hierzulande die Handynetzbetreiber, wie das Forum Mobilkommunikation dem STANDARD bestätigt. Diese unterhalten ganze Abteilungen, sie sich nur mit 5G-Gegnern auseinandersetzen und versuchen Mobilfunk zu erklären.

In Großbritannien und den Niederlanden werden bereits Mobilfunkmasten angezündet und es besteht der Verdacht, dass dies mit der erhitzten Stimmung rund um 5G zusammenhängt. Auf Youtube finden sich auch Videos, in denen erklärt wird, wie Masten mit Molotowcocktail zielsicher sabotiert werden können.

Daten via Funk

5G ist nichts anderes als ein neues Protokoll der Datenübertragung – also die "Sprache", mit der Daten via Funk übertragen werden. Die Technologie sind die Funkwellen selbst, wie sie seit über 100 Jahren zur Übertragung von den verschiedensten Protokollen angewendet werden. 5G soll das Surfen im Internet etwa 100 Mal schneller machen als der derzeitige LTE-Standard. In Österreich haben Magenta, "3" und A1 kleinere 5G-Netze im Betrieb. Der flächendeckende Ausbau beginnt nach der zweiten Frequenz-Versteigerung, deren Start auf Grund der Coronakrise verschoben wurde. (red, 14.4. 2020)