Virginia Woolf, eine der bedeutendsten Autorinnen des 20. Jahrhunderts.
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Ein Nachmittag im Juni, ein kleiner Kreis an Personen im London des Jahres 1923, eine Handlung, die fließend von einer zur nächsten Person wechselt: Vor genau 95 Jahren erschien Virginia Woolfs wohl bedeutendster Roman "Mrs. Dalloway", den Klaus Mann in einer Rezension "radikalstes 20. Jahrhundert" nannte. Eine klassische Romanhandlung gibt es nicht, vielmehr hängen Erinnerungsfetzen, Eindrücke, innere Monologe, Perspektivenwechsel aneinander und schaffen so ein Bild der namensgebenden Protagonistin und des sozialen Gefüges Londons in der Zwischenkriegszeit.

Ihren ersten, experimentellen Roman "Jacobs Zimmer" veröffentlichte sie bereits drei Jahre zuvor. Und auch der autobiografische Roman "Die Fahrt zum Leuchtturm" verzichtet großteils auf eine linear erzählte Handlung und konzentriert sich vielmehr aufs Innenleben und die Beziehungen der handelnden Figuren zueinander. Als vergleichsweise unbeschwerter, spielerischer Roman unter Virginia Woolfs Werken gilt "Orlando", die Geschichte des gleichnamigen Protagonisten, der sich – junggeblieben – auf seiner rund vierhundertjährigen Reise durch die Epochen und Länder vom Mann zur Frau verwandelt, dabei aber weder Wesen noch Charakter ändert.

Auch zahlreiche Essays gehören zu Virgina Woolfs literarischem Werk. "Eine Frau muss Geld haben und ein Zimmer für sich allein", heißt es in ihrem wohl bekanntesten, der zu den elementaren Werken der Frauenbewegung zählt.

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