Die Rohre für die Gasleitung Nord Stream 2 in der Baltischen See liegen im Hafen von Mukran im deutschen Sassnitz bereit.

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Moskau – Dänemark hat seine Erlaubnis dafür erteilt, dass die Nord Stream 2 AG ihre umstrittene Ostseepipeline auf dem dänischen Kontinentalsockel betreiben darf. Das teilte die dänische Energieverwaltung (Energistyrelsen) am Donnerstag mit.

Die Genehmigung sei an eine Reihe von Bedingungen geknüpft, die einen sicheren Betrieb der Rohrleitungen gewährleisten sollen. Die Inbetriebnahme könne frühestens erfolgen, wenn mindestens eine der Pipelines fertiggestellt und alle Bedingungen sowohl zur Betriebs- als auch zur vor einem Jahr erteilten Bauerlaubnis erfüllt seien.

147 Kilometer

Im vergangenen Oktober hatte die Energieverwaltung in Kopenhagen der Gaspipeline ihre Zustimmung gegeben. Demnach darf ein 147 Kilometer langer Teil der Pipeline auf dem dänischen Kontinentalsockel südöstlich von Bornholm durch die Ostsee verlaufen. Die Nord Stream 2 AG hatte mehr als eineinhalb Jahre auf diesen Bescheid gewartet.

Das russische Verlegeschiff soll die Rohre für die Pipeline Nord Stream 2 statt der Schweizer verlegen.
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Durch die beiden jeweils rund 1.200 Kilometer langen Pipelinerohre sollen pro Jahr 55 Milliarden Kubikmeter Erdgas von Russland nach Deutschland fließen. Die Pipeline ist zu 94 Prozent fertiggestellt, das Milliardenprojekt ist jedoch umstritten. Die USA laufen unter anderem Sturm dagegen, weil sie eine zu große Abhängigkeit ihrer europäischen Partner von russischem Gas sehen. Kritiker werfen den USA vor, nur ihr Flüssiggas in Europa besser verkaufen zu wollen.

Russen wollen weitermachen

Im Dezember 2019 waren die Bauarbeiten vor Bornholm abrupt gestoppt worden, weil die beiden Schweizer Verlegeschiffe wegen einer ersten Sanktionswelle der USA ihre Arbeit eingestellt hatten. Russische Schiffe sollen die Pipeline nun vollenden, es fehlen noch rund 160 Kilometer. Wann es weitergeht, ist unklar. Nach Angaben der Energieverwaltung ruhen die Bauarbeiten weiter, sie dürfen aber wieder aufgenommen werden. Zuvor müsse der Behörde lediglich ein entsprechender Zeitplan vorgelegt werden. (dpa, 1.10.2020)