Von links nach rechts: Kathleen Rubins, Sergej Ryschikow und Sergej Kud-Swertschkow.
Foto: Reuters/Roskosmos

Eine Sojus-Rakete ist vom Weltraumbahnhof Baikonur gestartet, um eine neue Crew zur Internationalen Raumstation zu bringen. Die US-amerikanische Astronautin Kathleen Rubins sowie die beiden russischen Kosmonauten Sergej Ryschikow und Sergej Kud-Swertschkow erreichten mit einem Rekordflug von nur drei Stunden und sieben Minuten ihr Ziel und werden voraussichtlich bis zum Frühjahr 2021 im Orbit bleiben.

Dort leben und arbeiten zurzeit drei Raumfahrer: die beiden Russen Anatoli Iwanischin und Iwan Wagner sowie der US-Amerikaner Christopher Cassidy. Sie waren im Frühjahr auf der ISS angekommen und sollen noch im Oktober zur Erde zurückkehren.

Raumfahrt in Zeiten einer Pandemie

Der Crewwechsel klingt nach Routine, doch dass diesmal alles ein wenig anders ist, zeigte alleine schon der Umstand, dass die drei neuen Besatzungsmitglieder auf allen Pressebildern maskiert posierten. Die ohnehin schon hohen Sicherheitsvorschriften für Raumfahrer waren wegen der Corona-Pandemie noch einmal verschärft worden. Die Crew habe mehr als einen Monat in Quarantäne verbracht und sei mehrfach auf das Virus getestet worden, sagte Rubins vor dem Abflug.

Der Flug dauert nur etwa drei Stunden.
Foto: Reuters/Roskosmos

In der kasachischen Stadt Baikonur in der Nähe des gleichnamigen Weltraumbahnhofs gab es in den vergangenen Monaten wegen rasant steigender Corona-Infektionen strenge Ausgangsbeschränkungen. Dort leben auch viele Mitarbeiter der russischen Raumfahrtbehörde Roskosmos.

"Der sicherste Ort"

Entsprechende Vorkehrungen sind für Rubins freilich nichts Neues: Vor ihrer Zeit bei der NASA arbeitete die Amerikanerin als Mikrobiologin und beschäftigte sich unter anderem mit Viren. Auch als Raumfahrerin hat sie Erfahrung, es ist ihr zweiter Flug zur ISS. "Wahrscheinlich ist die Internationale Raumstation jetzt der sicherste Ort", sagte ihr russischer Kollege Ryschikow mit Blick auf die derzeit überall stark ansteigende Ansteckungsgefahr auf der Erde. (red, 14. 10. 2020)