Wer mag ihn nicht?
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Die Frage, ob eine von Hugh Grant verkörperte Figur ein brutaler, gewissenloser Mörder sein kann, beschäftigte in den letzten Wochen das Publikum der Miniserie "The Undoing". Hat er einer Frau mit einem Hammer den Schädel zertrümmert? Oder wird der sympathische Familienvater zu Unrecht verdächtigt?

Dass Hugh Grant bei derart düsteren Stoffen angelangt ist, ist alles andere als selbstverständlich. Seinen Durchbruch feierte der Brite 1994 mit der romantischen Komödie "Vier Hochzeiten und ein Todesfall" – und nie war ein Liebesgeständnis im Regen schöner. Damit schien sein Weg vorgezeichnet. Den liebenswerten, etwas tollpatschigen und unsicheren Single-Mann, der am Ende doch noch einen geraden Satz herausbekommt und die Frau fürs Leben findet, hat er perfektioniert. Und das ohne seine Figuren dabei zu Karikaturen verkommen zu lassen, mit Charme und einem guten komödiantischen Instinkt. In der Jane-Austen-Verfilmung "Sinn und Sinnlichkeit", als zerknautschter Buchhändler in "Notting Hill", als ungewöhnlich liebenswerter Premierminister im Weihnachtsklassiker "Tatsächlich Liebe" oder als relativ abgehalfterter Sänger in "Mitten ins Herz – Ein Song für dich".

"And then I did the exact same thing again."
GQ

Doch dass Grant prinzipiell auch anders kann, zeigte sich immer wieder in Rollen, die seinem Image alles andere als entsprachen: als aalglatter Playboy in den "Bridget Jones"-Filmen oder als oberflächlicher Slacker in der Nick-Hornby-Verfilmung "About a Boy". Als skandalumwitterter britischer Politiker in "A Very English Scandal" und nun eben als potenzieller soziopathischer Mörder in "The Undoing".

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Wo hat er Sie besonders beeindruckt? Welchen seiner Filme fanden Sie eher schlecht? Tauschen Sie sich im Forum aus! (aan, 9.12.2020)