Pornhub stand schon lange in der Kritik, nach einem Bericht der "New York Times" kündigt die weltgrößte Pornoplattform nun Änderungen an.

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Die weltgrößte Pornografieplattform Pornhub hat umfassende Anpassungen ihrer Inhaltsregeln angekündigt: Das Unternehmen will künftig Uploads strenger kontrollieren. Der Schritt folgt nach einem Bericht der "New York Times", der die Verbreitung missbräuchlicher Inhalte offenlegte, darunter Videos mit Minderjährigen. Nun will die Plattform mit ihren Maßnahmen die Verbreitung solcher Beiträge stoppen.

Verifikation und Download-Aus

So sollen nicht-verifizierte User in Zukunft keine Videos mehr hochladen können. Bisher setzte Pornhub vermehrt auf Content, der nicht von professionellen Pornostudios produziert wurde. Vorerst werden nur mehr Videos von Partnerkanälen und Mitgliedern des verifizierten Model-Programms der Seite akzeptiert, schreibt die Firma in einem Statement. Im kommenden Jahr soll ein Verifizierungsprozess vorgestellt werden, mit dem User Inhalte teilen können, nachdem sie sich identifiziert haben.

Weiters wurde die Option, Videos herunterzuladen, zu einem großen Teil abgedreht – in Zukunft können nur mehr Inhalte von Darstellern des Model-Programms kostenpflichtig gespeichert werden. Wie andere Plattformen setzt Pornhub auf digitale Fingerabdrücke von Inhalten, die entfernt wurden, um eine weitere Verbreitung zu verringern – durch die Downloadmöglichkeit konnten sie trotzdem leichter im Netz geteilt werden.

Moderation verbessern

Das Unternehmen will außerdem die Moderation ausweiten. Dafür wurde ein eigenes "Red Team" gegründet, das hochgeladene Inhalte aktiv überprüfen soll, um Verstöße gegen die Nutzungsbedingungen zu unterbinden. Außerdem werde Pornhub künftig die eingegebenen Suchbegriffe regelmäßig untersuchen, um Keywords zu identifizieren, die bestehende Maßnahmen gegen illegale Inhalte umgehen.

Pornhub will außerdem vom kommenden Jahr an regelmäßig Transparenzberichte veröffentlichen, um die eigene Inhaltsmoderation offenzulegen. Eine unabhängige Anwaltskanzlei soll ihr Vorgehen gegen rechtswidrige Inhalte regelmäßig überprüfen.

Kritik

Das Unternehmen gibt an, die Maßnahmen nach einem Reviewing-Prozess mit unabhängigen Experten zu der Entfernung illegaler Inhalte im April beschlossen zu haben. Allerdings dürfte die Plattform auch auf den Druck der vergangenen Tage reagieren: So hatte der "New York Times"-Bericht für eine so große Welle der Kritik gesorgt, dass die Zahlungsdienstleister Mastercard und Visa ankündigten, die Vorwürfe zu untersuchen und die Geschäfte mit der Plattform gegebenenfalls aufzugeben. Die Zeitung kritisierte, dass Pornhub nicht ausreichend Maßnahmen setze, um Inhalte zu blockieren, die Missbrauch zeigen. (red, 9.12.2020)