Foto: AP / Czarek Sokolowski

Die Social-Media-Plattform Facebook hat schon seit längerer Zeit mit Falschinformationen zu kämpfen, die von Nutzern geteilt werden. Der Holocaust-Gedenktag am 27. Jänner ist nun Anlass für Facebook, künftig speziell Fake-News über den Holocaust zu löschen. In Zusammenarbeit mit dem Jüdischen Weltkongress (WJC) will man sich zudem verstärkt um das Verbreiten verlässlicher Informationen kümmern.

Kampf gegen Unkenntnis

Erst seit Oktober 2020 findet man in den Nutzungsbedingungen den Passus, dass Holocaust-Leugnung verboten ist. Damals begründete Facebook-Gründer Mark Zuckerberg den Schritt in einem kurzen Kommentar: "Angesichts von Daten, die zeigen, dass antisemitische Gewalt zunimmt, hat sich mein Denken weiterentwickelt, ebenso wie unsere Regeln zu Hassreden", schrieb Mark Zuckerberg auf Facebook. Davor hatte er sich jahrelang geweigert, Inhalte auf seiner Plattform zu zensieren.

Anlässlich des Holocaust-Gedenktags will man mit der Parole "Never again" ("Nie wieder"), so das Unternehmen in einer Aussendung, dem Antisemitismus und der verbreiteten Unkenntnis in Sachen Holocaust mit verstärkter Aufklärung entgegentreten. Speziell bei Themen, zu denen viele Falschinformationen verbreitet werden, sollen aufklärende Links zu verlässlichen Quellen eingeblendet werden. Dazu ist im englischsprachigen Raum bereits die Webseite aboutholocaust.org aktiv, die von der Unesco und dem Jüdischen Weltkongress ins Leben gerufen wurde.

Die bei Facebook für das operative Geschäft zuständige Sheryl Sandberg sagte, man sei stolz, "dabei zu helfen, dass Menschen die Fakten zum Holocaust lernen und die Geschichten derer hören können, die überlebt haben". In einer Zeit wachsenden Hasses und zunehmender Intoleranz sei es "wichtiger denn je, sich Zeit zu nehmen und über das zu reflektieren, was den Juden und anderen in Europa widerfahren ist".

WJC-Präsident Ronald Lauder lobte Facebook für das Projekt. Er könne andere Social-Media-Plattformen nur dazu ermutigen, diesem Beispiel zu folgen, sagte er. Es zeige auf, wie sie ihre Technologie einsetzen könnten, um "sicherzustellen, dass ihre riesigen Plattformen zum Guten verwendet werden können".

Problem: Falschmeldungen

Der Kampf gegen Falschmeldungen wird schon seit Jahren versprochen und meist erst dann nachweislich vom US-Konzern ernst genommen, wenn der Aufschrei in den Medien und der Community laut genug ist – so geschehen etwa bei Falschinformationen zur Klimaerwärmung oder auch bei den Fake-News zum Thema Covid-19. (red, 27.1.2021)