Laut CNBC werden "Mining-Partys" abgehalten, doch wie jeder Spaß ist auch dieser mit Vorsicht zu genießen.

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Das resolute Vorgehen Chinas gegen Mining-Farmen erzeugt in der Community der Kryptowelt eine wahre Goldgräberstimmung. Durch die Tatsache, dass enorme Rechenleistungkapazitäten nicht mehr am Netzwerk des Minings teilnehmen, profitieren die restlichen Teilnehmer umso mehr, berichtet das Newsportal CNBC.

China sorgt für Aufwind

Der Kampf der chinesischen Regierung gegen Bitcoin und Co hat immer größere Konsequenzen. China war lange Zeit das Epizentrum der Bitcoin-Miner, Schätzungen aus der Vergangenheit besagen, dass 65 bis 75 Prozent des weltweiten Bitcoin-Minings im Reich der Mitte stattfanden.

Mittlerweile sind diese Kapazitäten fast gänzlich vom Netz ausgeschlossen worden. Dies führt zu einem radikalen Abfall der kollektiven Rechenleistung aller Schürfer, der sogenannten Hashrate. "Zum ersten Mal in der Geschichte des Bitcoin-Netzwerks haben wir eine komplette Abschaltung des Minings in einer gezielten geografischen Region, die mehr als 50 Prozent des Netzwerks betrifft", sagt Darin Feinstein, Blockchain-Experte und Gründer von Blockcap, im Gespräch mit CNBC.

Dieser beispiellose Wegfall von Rechenleistung ist gleichzeitig auch der Grund dafür, dass sich die restlichen Schürfer über eine bessere Belohnung freuen können. Alle 2.016 Blöcke nimmt das Netzwerk eine Neukalibrierung der Belohnung von Minern vor. Nach dem Wegfall der chinesischen Kapazitäten war die Lösungszeit für einen dieser Blöcke auf 14 bis 19 Minuten angestiegen. Als dann die üblichen zweiwöchigen Anpassungen durch den Algorithmus stattgefunden hatten, war die Blockzeit wieder an das ursprüngliche, im Jahr 2011 definierte Zehn-Minuten-Fenster herangerückt.

"Mining-Party"

"Das wird ein Fest der Einnahmen für Miner", freut sich dementsprechend ein Bitcoin-Mining-Ingenieur im Gespräch mit CNBC. Durch die Anpassung wird das Mining um bis zu 35 Prozent profitabler werden. Wenngleich anzumerken ist, dass Mining die PC-Hardware stark belastet und auch die Stromkosten schnell in die Höhe schnellen lässt. Die Frage, wie lange die "Mining-Party" noch andauern wird, bleibt indes vorerst unbeantwortet. Denn es scheint nur eine Frage der Zeit zu sein, bis die Mining-Hardware aus China in andere Länder gebracht wird, um dann erneut zu schürfen und somit das Netzwerk wieder mehr zu belasten.

Der Kryptowährungsmarkt erholt sich von der jüngsten Talfahrt nur langsam. Im Moment ist ein Bitcoin laut der Kryptowebsite Coinmarketcap knapp 29.000 Euro wert. (red, 5.7.2021)