Über Slack Connect ist es auch möglich, Personen außerhalb des Unternehmens in den eigenen Channel einzuladen.

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Neun von zehn Unternehmen wollen Remote-Work mit Arbeit im Büro kombinieren, aber nur ein Drittel dieser Unternehmen fühlt sich bereit, hybrides Arbeiten sinnvoll umzusetzen. Das sind die Ergebnisse einer aktuellen McKinsey-Studie. Nicht verwunderlich also, dass verschieden IT-Anbieter versuchen, Kunden für Lösungen dieses Problems zu begeistern. So auch beim Produktivitätstool Slack, das vergangenes Jahr vom CRM-Anbieter Salesforce gekauft wurde.

Das Ziel: Weniger Meetings

Die häufigste Frage in Bezug auf IT-Lösungen sei nun, wie man hybrides Arbeiten effizient gestalte, heißt es von Salesforce-Managern in einem Call mit Journalisten, an dem der STANDARD als einziges deutschsprachiges Medium teilnehmen konnte.

Dabei sieht man sich bei der neuen Salesforce-Tochter deutlich anders aufgestellt als die Konkurrenz, etwa als Microsoft Teams, Zoom oder Cisco Webex: Denn während diese gut darin seien, Meetings 1:1 in der virtuellen Welt abzubilden, sei es das Ziel von Slack, Zahl und Dauer von Meetings zu verringern und Alternativen zu bieten.

Chatten statt reden

Das funktioniert schon jetzt relativ gut – wie diverse tech-affine Teams lange vor der Pandemie festgestellt haben. So wird regelmäßig gechattet, und es gibt einen konstanten Austausch an Ideen, anstatt dass das gemeinsame Brainstormen nur auf einen beschränkten Zeitraum – also das Meeting – beschränkt ist.

Im August hatte das Team bereits Neuerungen angekündigt, die weitere Prozesse mit Slack integrieren sollen. So sollen Teammitglieder etwa am Anfang des Tages eine Zusammenfassung ihrer aktuellen Aufgaben erhalten. Zudem gibt es weitere Integrationen mit Drittanbieter-Tools: Wer Slack etwa mit dem BI-Tool Tableau kombiniert, der bekommt eine automatisierte Benachrichtigung, wenn ein KPI einen kritischen Wert unterschreitet. Und Experten zu einem bestimmten Themengebiet können schneller gefunden und anschließend zu einem Channel hinzugefügt werden, sodass diese ihr Wissen dort teilen können.

Slack Clips sollen Meetings ersetzen

Weitere Neuigkeiten stellt das Slack-Team nun auf der hausinternen Salesforce-Veranstaltung namens Dreamforce vor. Eine dieser Neuerungen sind die "asynchronen Slack Clips". Dabei handelt es sich um die Möglichkeit, Audio-, Video- und Bildschirmaufnahmen in Slack durchzuführen und diese in den gewünschten Channels zu teilen.

Das soll nicht nur das orts-, sondern auch das zeitunabhängige Arbeiten erleichtern, da sich Teammitglieder diese Clips zu einem beliebigen Zeitpunkt anschauen bzw. anhören können. Es soll somit nicht mehr nötig sein, einen Termin für ein gemeinsames Meeting zu finden, verspricht man bei Slack – die Frage ist hier natürlich, wie dynamisch die Kommunikation dann im Alltag ist, also wie schnell die Kolleginnen und Kollegen auf die Clips reagieren.

Neuerungen bei Slack Connect

Außerdem wird das Konzept von Slack Connect weiter ausgebaut: Hier soll es künftig noch einfacher werden, unternehmensfremde Personen in den eigene Slack-Channel einzuladen – nämlich auch dann, wenn diese selbst Slack noch gar nicht verwenden. Laut Slack ist die Nutzung von Slack Connect bereits jetzt im Jahresvergleich um 200 Prozent gestiegen, über 91.000 Organisationen sollen den Service inzwischen verwenden.

Und schließlich betont man auch, mit Slack Enterprise Grid die Compliance-Anforderungen diverser Unternehmen erfüllen zu können. Man betont dabei, unter anderem die stringenten Anforderungen für US-Regierungsorganisationen zu erfüllen: "Gov Slack" ist eine Slack-Lösung, die in einer entsprechend zertifizierten Cloud für staatliche Organisationen läuft.

Eigene Apps entwickeln

Und schließlich heißt es, dass Slack auch weiterhin eine "horizontale Plattform" bleibe, die mit den APIs der Tools diverser Anbieter funktioniert – also nicht nur jenen des neuen Eigentümers Salesforce. Mehr noch: Über Low-Code-Tools soll es Admins erleichtert werden, eigene Apps zu entwickeln und somit Unternehmensdaten effizienter mit Slack zu verknüpfen. (stm, 21.9.2021)