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Friedrich Merz, Norbert Röttgen oder Helge Braun – für zwei oder auch nur einen der drei CDU-Politiker ist ein verfrühtes Weihnachten an diesem Freitag möglich. Denn dann wird um 14 Uhr in der CDU-Zentrale bekanntgegeben, wie die Abstimmung der Parteimitglieder über den neuen Parteivorsitz ausgegangen ist.

Es wird auf jeden Fall ein Mann. Entweder Friedrich Merz ...
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Auf die Suche nach einer neuen Führung hatte sich die Partei begeben müssen, weil der bisherige Chef Armin Laschet nach der Niederlage bei der Bundestagswahl am 26. September seinen Rückzug angekündigt hatte.

Erstmals durften nun die Mitglieder abstimmen. Beworben haben sich:

Friedrich Merz: Es ist die dritte Kandidatur des ehemaligen Fraktionschefs binnen drei Jahren. Im Dezember 2018 wollte er die scheidende Parteichefin Angela Merkel beerben und trat gegen den damaligen Gesundheitsminister Jens Spahn und die damalige Generalsekretärin Annegret Kramp-Karrenbauer an. "AKK" machte das Rennen, kündigte aber im Februar 2020 auch schon wieder ihren Rückzug an. Pandemiebedingt kam es erst im Jänner 2021 zu einer Neuwahl. Es bewarben sich Merz, Laschet und der Außenpolitiker Röttgen. Laschet siegte.

... oder Norbert Röttgen ...
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Merz hat erklärt, dass dies "definitiv" seine letzte Kandidatur sei. Im Fall eines Wahlsiegs will er auch Fraktionschef der Union im Bundestag werden. "Dass der Vorsitz der CDU und die Führung der Unionsfraktion in einer Hand liegen sollten, ist ein prinzipieller Satz, der gilt", sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Norbert Röttgen: Er ist zum zweiten Mal am Start. Von 2009 bis 2012 war er Umweltminister, dann warf Merkel ihn wegen Illoyalität und des schlechten Wahlergebnisses bei der damaligen Landtagswahl in Nordrhein-Westfalen aus dem Kabinett.

Helge Braun: Die Kandidatur des Hessen kam für viele überraschend. Er ist ein enger Vertrauter Merkels und hat zuletzt das Kanzleramt geleitet. Anders als Merz und Röttgen rechnet man bei ihm mit einer gewissen Kontinuität zur Ära Merkel.

... oder Helge Braun.
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Keine Kandidatin

Eine Frau tritt nicht an, alle drei Kandidaten haben aber Frauen in ihrem Team. Merz will, dass der Berliner CDU-Abgeordnete (und ehemalige Gesundheitssenator) Mario Czaja neuer Generalsekretär wird. Die Abgeordnete Christina Stumpp aus Baden-Württemberg ist als Vizegeneralsekretärin vorgesehen. Röttgen hat die Hamburger Bundestagsabgeordnete Franziska Hoppermann als Generalsekretärin vorschlagen, Braun die nordrhein-westfälische Bundestagsabgeordnete Serap Güler.

Nach Informationen aus der CDU beteiligten sich an der Befragung 248.360 Mitglieder, das sind 64,3 Prozent aller Parteibuchbesitzer. Die besten Chancen werden Merz und Röttgen nachgesagt, Braun ist eher abgeschlagen. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, dass keiner der drei Herren im ersten Wahlgang die absolute Mehrheit erreicht, groß. Dann würde eine Stichwahl folgen, das Ergebnis wird am 12. Jänner 2022 bekanntgegeben. (Birgit Baumann, 17.12.2021)