Nahe Kapstadt ist man bereits wieder in Urlaubsstimmung.

Foto: AP Photo/Nardus Engelbrecht

Zu Weihnachten wartet Südafrika mit einer frohen Botschaft auf. Einer jetzt veröffentlichten Studie zufolge landen Infizierte, die mit der jüngsten Covid-Variante Omikron angesteckt wurden, sehr viel seltener im Krankenhaus als Patienten, die eine der vorigen Versionen des Erregers in sich tragen. Die Gefahr eines schweren Krankheitsverlaufs ist nur ein Fünftel so groß.

Gleichzeitig fiel der Prozentsatz der in den vergangenen zwei Monaten hospitalisierten Patienten, die der Infektion mit der Omikron-Variante schließlich erlagen, auf gut fünf Prozent – bei den vorigen Varianten lag diese Zahl noch bei fast zwanzig Prozent. "Unsere Daten legen nahe, dass sich Omikron deutlich milder verhält", fasst eine Cheryl Cohen, eine der Autorinnen der Studie, vom südafrikanischen Institut für Ansteckungskrankheiten (NICD) zusammen.

Auch Grund für Vorbehalte

Ihre frohe Botschaft versehen die Wissenschafterinnen und Wissenschafter allerdings mit einem Vorbehalt: Möglicherweise seien Südafrikas Zahlen nicht repräsentativ, weil die Bevölkerung relativ jung (im Durchschnitt 27,6 Jahre alt) ist gegenüber den wesentlich älteren Europäern (in Deutschland 45,7 Jahre).

Außerdem gehen Fachleute davon aus, dass bis zu 70 Prozent der Südafrikaner bereits mit dem Coronavirus infiziert waren und deshalb eine gewisse Immunität haben – in Deutschland sind das nur rund zehn Prozent. Am Donnerstag meldete das Robert-Koch-Institut den ersten Todesfall eines deutschen Omikron-Patienten. Die britische Regierung will ebenfalls noch abwarten, wie sich die Situation weiterentwickelt.

Vierte Welle gebrochen

Unterdessen geht die vierte Pandemiewelle in Südafrika bereits wieder zurück: Sie ebbe fast genauso schnell ab, wie sie vor vier Wochen in die Höhe geschnellt sei, kommentierte der führende Epidemiologe des Landes, Salim Abdool Karim. Während etwa in der besonders betroffenen Gauteng-Provinz die täglichen Ansteckungen Mitte November noch unter hundert lagen und bis Anfang Dezember auf über 10.000 anstiegen, gingen sie inzwischen auf rund 5.000 zurück. Auch in drei angrenzenden Provinzen – Nord-West, Mpumalanga und Limpopo – ist die Spitze der vierten Welle gebrochen.

Fast 90 Prozent der Südafrikaner, die dem Coronavirus in den vergangenen sechs Wochen zum Opfer fielen, waren gar nicht oder nur einmal geimpft. Zwar sei der Schutz, den etwa der Biontech-Impfstoff gegenüber der Omikron-Variante bietet, mit rund 33 Prozent deutlich geringer als bei anderen Erregertypen (rund 80 Prozent) ausgefallen, meldet der private südafrikanische Gesundheitsversicherer Discovery. Mit einer einzigen Auffrischungsspritze werde der ursprüngliche Schutz allerdings wieder hergestellt. (Johannes Dieterich 23.12.2021)