Die vier Weltraumreisenden – ein Ex-Nasa-Astronaut und drei Unternehmer und Investoren – sind zurück.
Foto: SpaceX / AP

Der Urlaub wurde teurer als gedacht: Statt acht Tage waren es mehr als zwei Wochen, die die erste komplett private Crew auf der Internationalen Raumstation ISS verbrachte. Schuld war das schlechte Wetter, das ihre Rückreise verzögerte. Und jeder weitere Tag, an dem sich der ehemalige Nasa-Astronaut Michael López-Alegría mit den drei Investoren in der erdbodenfernen Anlage befindet, dürfte sie um die 35.000 Dollar kosten.

Kein niedriger Aufpreis also für die Weltraumtouristen, die eigentlich keine sein wollen. Letzteres liegt aber nicht daran, dass sie gegen ihren Willen in eine Rakete gesetzt und fortgeschickt wurden. Immerhin sind sie nicht fern der Erde verblieben, sondern nun auch wieder sicher zurückgekehrt und am Montag in einer Kapsel in der Nähe der Küste Floridas im Atlantik gelandet. In Sachen Weltraumtourismus geht die Kritik aber gegen die Bezeichnung desselben: López-Alegría wehrt sich gegen den Touristenstempel und sagte im Vorfeld, es handle sich bei dieser Reise nicht um einen Urlaub.

Bei der Rückreise: Die Kapsel wurde aus dem Atlantischen Ozean gefischt und an Land gebracht.
Foto: AFP / SpaceX / Nasa

Fleischproduktion im Weltall

Immerhin führte die Crew auch mehr als 25 wissenschaftliche Experimente durch. Dabei handelt es sich unter anderem um kleine Vorstudien, ob sich Fleisch als Nahrungsmittel auch fern der Erde züchten ließe – nicht in Form von Tieren, sondern als wachsende Zellkultur. Dahinter steckt das israelische Unternehmen Aleph Farms, das bereits 2019 Versuche auf der ISS durchführen ließ.

Dies könnte für künftige Weltraumreisen interessant sein – für Menschen auf der Internationalen Raumstation ist es aber bisher bisher rentabler und sinnvoller, Lebensmittel von der Erde mitzubringen, anstatt sie dort zu züchten. Das Risiko einer Verunreinigung, die dann nur Bakterien weiterwachsen ließe, ist nicht zu vernachlässigen.

Mit der privaten Crew reisten zur weiteren Analyse außerdem Chilischoten zurück zur Erde, die auf der ISS gezüchtet und geerntet worden waren. Daneben führte man während der Ax-1-Mission beispielsweise Studien zu Alterungsprozessen und Herzgesundheit sowie Krebs- und Stammzellforschung durch und testete technische Geräte.

Exklusives Erlebnis

An den Experimenten beteiligten sich neben López-Alegría seine Mitreisenden, der israelische Unternehmer Eytan Stibbe, US-Unternehmer Larry Connor und der kanadische Investor Mark Pathy. Mit der privaten Raumfahrtfirma Axiom Space reisten sie zur ISS, dafür koordinierte sich das Unternehmen mit der US-amerikanischen Weltraumbehörde Nasa und der Firma Space X des Milliardärs Elon Musk.

Ein Hauptgrund dafür, die Reise anzutreten, dürfte für sie aber das exklusive Erlebnis darstellen, nicht nur auf der Erde, sondern fern ihrer Oberfläche Schwerelosigkeit zu erfahren und aus der Ferne auf den Planeten zu blicken. Womöglich kam der verlängerte Aufenthalt ihnen hier sogar entgegen, wobei die Bedingungen freilich alles andere als luxuriös sind. Bei einem geschätzten Reisepreis von jeweils 55 Millionen Dollar – also ungefähr 50 Millionen Euro – nehmen die Extrakosten durch die zusätzlichen Übernachtungen jeweils nur einen geringen Anteil ein. (sic, 26.4.2022)