Sie wollen sich nicht mehr länger verstecken: arbeitende Mütter, die seit knapp einer Woche auf dem Jobnetzwerk Linkedin unter dem Hashtag #MomToo Kinderfotos oder Berichte über Nachteile im Job posten. Angestoßen hat die Debatte Kaitlyn WonJung Chang, Brand Innovation Lead bei der Digitalagentur Accenture Interactive Österreich. Vergangene Woche hat sie beim Forward Festival in Wien einen Vortrag gehalten – ihre sechs Monate alte Tochter schlief derweil an ihrer Brust. Sie erzählt, dass sie sich lange selbst zensiert habe, im Job nicht über ihr Mutterdasein gesprochen habe, aus Angst, sie könne dadurch unprofessionell wirken und Karrierenachteile erfahren.

Das Baby mit im Videocall: Unprofessionell oder nicht? Darüber wird auch unter dem #MomToo diskutiert.
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Nun sieht die 41-Jährige das anders: "Ich bin überzeugt, dass es aktuell entscheidend ist, fließendere Grenzen zwischen Arbeit und Familie sowie Office und Home zu normalisieren. Es geht darum, auch bei der Arbeit Mensch zu sein und nicht dafür bestraft zu werden." Diese Strafen seien beispielsweise, dass Frauen nicht befördert werden oder keinen Bonus erhalten, weil sie gerade in Karenz waren, obwohl sie zuvor gut performt haben. Oder dass Frauen als weniger motiviert gesehen würden, wenn sie pünktlich das Büro verlassen, um ihr Kind aus dem Kindergarten abzuholen.

Die Reaktionen darauf sind gemischt. Auch im STANDARD-Forum:

Wie sehen Sie das?

Finden Sie es gut, wenn Mütter und Väter Job und Familie flexibler leben? Welche Nachteile sehen Sie dadurch? Wäre das eine Option für Sie? Und welche negativen Erfahrungen haben Sie als Mutter – aber auch als Vater – im Arbeitsleben gemacht? Diskutieren Sie mit! (set, 2.11.2021)