Zu Halloween schleichen wieder Hexen mit Hut, Besen und übergroßen Nasen durch die Gassen. Mit der historischen Hexenverfolgung hat das aber wenig zu tun.
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Ein Mann beschwert sich. Seine Mutter und seine Schwester seien schuld daran, dass er verrückt geworden ist. Bevor er die Truthahnsuppe trank, die die beiden zubereitet hatten, war alles in Ordnung. Danach ging es dem 35-Jährigen gesundheitlich schlecht, er wurde nervös, geradezu wahnsinnig. Auch andere Dorfmitglieder sind überzeugt davon, dass der Teufel in sein Herz gedrungen ist. Er selbst sagt, seine Mutter habe für die Suppe kranke Hühner und Würmer gesammelt und ihn so verhext.

Die Ortsgemeinschaft tritt zusammen und verurteilt die Frauen. Der Prozess verläuft friedlich, aber nach drei Stunden ist klar: Die "Hexen" müssen hohe Geldbußen zahlen. Die Mutter dürfte über Land und finanzielle Mittel verfügen. Beim Konflikt ging es wohl auch um das Familienerbe.

Diese Begebenheit spielte sich nicht vor 500 Jahren ab, wie man meinen könnte, sondern vergangene Woche. In Mexiko verwalten sich einige indigene Gemeinschaften selbst, darunter auch die Tsotsil de Cuchulumtic. In ihrer Religion spielen magische Elemente wichtige Rollen. Das schlägt sich auch in der Rechtsprechung nieder.

Dies ist nur ein Beispiel dafür, wo und wie der Glaube an Hexen heute noch von Bedeutung ist. In Ghana und im Sudan werden Frauen ebenfalls der Hexerei bezichtigt, man geht mit Gewalt gegen sie vor und grenzt sie aus, sodass sie in "Hexenlagern" Zuflucht suchen müssen. Andere bezeichnen sich selbst als Hexen oder Hexer, etwa jene, die der neopaganen Wicca-Religion angehören. Gleichzeitig sind Figuren mit Zauberfähigkeiten in Kunst, Literatur, Filmen und Videospielen so verbreitet wie wohl noch nie. Und nicht nur im deutschen Sprachgebrauch geht es regelmäßig um "alte Hexen" und "Hexenjagden".

Einigen Historikerinnen und Historikern stellt es dabei regelmäßig die Haare auf. Denn im Diskurs geht es immer wieder um Klischees, die sich auf die Hexenverfolgung in Zentraleuropa beziehen und die geschichtswissenschaftlich überholt sind. Wie viele Fehler sind zu finden im Bild der zahllosen weisen Frauen, die im dunklen Mittelalter von Vertretern der katholischen Kirche verbrannt wurden? Hier die Richtigstellung der geläufigsten Mythen.

Kirche und Neuzeit

Der Höhepunkt der europäischen Hexenverfolgungen liegt grob zwischen den Jahren 1500 und 1750. Das heißt schon einmal: Neuzeit statt Mittelalter. Die Wurzeln sind freilich älter und wurden durchaus von Kirchenmännern genährt. Etwa von Papst Innozenz III., der 1215 die Verfolgung von "Ketzern" forderte – ein mächtiges Feindbild. Für die Schriften, die als "Hexenbulle" und "Hexenhammer" bekannt wurden, sind Ende des 15. Jahrhunderts Papst Innozenz VIII. und der Mönch und Inquisitor Heinrich Kramer verantwortlich.

Zweck der Werke war, "die Verfolgungen von Hexen von den geistlichen Behörden auf die weltlichen zu transferieren", sagt Manfred Tschaikner, Historiker und Archivar am Landesarchiv Vorarlberg. Er beschäftigt sich schon lange mit dem Thema Hexenverfolgung und leitete Lehrveranstaltungen dazu an der Universität Wien.

Die Gerichtsverfahren, in denen Hexen verurteilt wurden, waren also nicht mehr in der Hand der katholischen Kirche. "Sie spielt aber über die theoretischen Grundlagen und die Legitimierung der Verfahren eine große Rolle", sagt Tschaikner. "Einzelne Geistliche tun sich im Fanatismus, der versprüht wird, besonders hervor." Es sei aber nicht jene allumfassende Rolle, die ihnen im Schauspiel der Hexenverfolgungen üblicherweise zugeschrieben wird.

Die Hexenverfolgungen verliefen dynamisch: Sie fanden in regional und zeitlich unterschiedlichen Wellen statt.
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Die berühmt-berüchtigte Spanische Inquisition, die oft mit Hexenverfolgung in Verbindung gebracht wird, war übrigens nur für die Exekution von zwei Hexen verantwortlich. Und im Vergleich zu katholischen Gemeinden waren es oft evangelische, die rabiater gegen Hexen vorgingen. Generell gab es aber nur wenige Regeln, die über den langen Zeitraum überall galten: Die Dynamiken änderten sich immer wieder, es kam zu uneinheitlichen Verfolgungswellen.

Bürokratie und Prozesse

Am stärksten betroffen war der Ländereiengürtel, der sich von der Schweiz bis über das heutige Westdeutschland und Ostfrankreich in die Niederlande zieht, skizziert die Historikerin Rita Voltmer. Sie ist Ko-Autorin des Buches "Hexen und Hexenverfolgungen in der Frühen Neuzeit". Im aktuellen Magazin "Spiegel Geschichte" zum Schwerpunkt Hexenjagd erklärt sie, dass die Gebiete politisch fragmentiert waren. Es gab also keine großflächig einheitliche Bürokratie.

Diese war interessanterweise quasi auf der Seite der Verfolgten, sagt auch Tschaikner: "Die Oberbehörden haben oft vorgeschrieben, dass die Verfahren günstig, sparsam und schnell zu führen waren. Hexenprozesse sind aber meist komplizierter: Sie erfordern große Zeugeneinvernahmen, denn mangels realer Beweise stützt man sich nur auf Indizien."

Nicht immer hielt man sich an die hierarchisch festgelegten Regeln. Und wenn die Strafverfolgung genehmigt wurde, war die Folter das legitime Mittel, um Geständnisse zu bekommen, die den realen Beweis ersetzten. Aber es kam nur in Ausnahmefällen zu Gottesurteilen oder Hexenprüfungen wie der Wasserprobe, bei der Angeklagte etwa zum Beweis ihrer Unschuld gefesselt ins Wasser gelassen wurden – wer sich oben halten konnte, galt als Hexe.

Für viele große Städte wurde auch festgestellt, dass sie im Vergleich zu kleinen Ortschaften seltener und weniger vehement Hexen und Hexer verfolgten. Hier kam es seltener zu spontanen Hexenverbrennungen, die mancherorts gefährlichen Gruppendynamiken entsprangen. Das lag auch an der Wirtschafts- und Sozialstruktur. Im Gegensatz zum Land lebt die Bevölkerung hier nicht hauptsächlich von der Landwirtschaft, ist also nicht auf einen Wirtschaftszweig konzentriert. Noch dazu ein Zweig, der stark von schwankenden Witterungsverhältnissen abhängig ist.

Wichtig ist auch: "Die allermeisten Prozesse endeten nicht mit einer Hinrichtung, sondern mit milderen, wenn auch ernstzunehmenden Strafen: beispielsweise Buße, Enteignung und Exkommunikation", betont Kristina Göthling-Zimpel von der Ruhr-Universität Bochum. Dort und in Graz studierte sie Kunstgeschichte, Religionswissenschaft und Gender-Studies und verfasste Beiträge für den STANDARD-Blog Religionswissenschaft. Derzeit erforscht sie, welche Kategorien in früheren und heutigen Vorstellungen von Hexen aufeinandertreffen.

Feuertod

Eingeprägt hat sich auch das Bild des Scheiterhaufens, auf dem die Opfer bei lebendigem Leib verbrannt wurden. Tatsächlich waren Feuerstrafen oft für Verbrechen vorgesehen, die mit Ketzerei und dem Teufel zu tun hatten, sagt Tschaikner: "Dabei ging es um die vollkommene Eliminierung des Körpers, sodass die Wiederauferstehung am jüngsten Tag unterbunden ist. Das war eine schwere Strafe für Leute, die daran geglaubt haben."

Im Laufe der Zeit wich man aber immer stärker von der lebendigen Verbrennung ab. "Es hat sich stärker durchgesetzt, dass man den Opfern dabei ein Schwarzpulversäckchen um den Hals hängte. Sobald die Flammen zugreifen, explodiert es und tötet sie." Später wurden geständige Hexen enthauptet – was wohl die eine oder andere Person, die zumindest auf einen schnellen Tod hoffte, zu einem Geständnis bewegte. Ihr Leichnam wurde ebenfalls verbrannt. Im englischsprachigen Raum hingegen wurden zum Tod verurteilte Hexen nicht verbrannt, sondern gehängt.

Nicht überall wurden Hexen bei lebendigem Leib verbrannt.
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Forschende gehen zumeist von insgesamt 40.000 bis 70.000 Todesopfern im Zuge der europäischen Hexenverfolgungen aus, wobei es natürlich eine gewisse Dunkelziffer gibt. Für damalige Bevölkerungsverhältnisse ist das auch über 250 Jahre hinweg eine beachtliche Anzahl, selbst wenn sie nicht an die oft propagierten Millionen Opfer herankommt. Auf der Fläche des heutigen Österreich schätzt man die Zahl der zum Tode Verurteilten auf rund eintausend.

Am stärksten wurde auch hierzulande – wie im Großteil Europas – im Westen gegen Hexen vorgegangen. In Vorarlberg endete zwar ein Drittel der Prozesse mit Freispruch oder Einstellung des Verfahrens, "die Bevölkerung hat das häufig aber nicht anerkannt", sagt Tschaikner. Deshalb musste etwa ein Vorarlberger Geistlicher, der der Hexerei verdächtigt worden war, seine Pfarre verlassen. Sogar der Papst hatte sich für seinen Freispruch eingesetzt. Der Gemeinde war dies egal; daraufhin floh er und tauchte in Schwaben unter.

Hexen und Hexer

Neben dem Vorarlberger Pfarrer gab es zahlreiche andere Männer, die man für Zauberer oder Hexer hielt. In Island waren es sogar zu 92 Prozent Männer, die der Hexerei beschuldigt wurden. Ein weiteres Beispiel für ein umgekehrtes Geschlechterverhältnis stellen die Zauberer-Jackl-Prozesse dar, die im 17. Jahrhundert in Salzburg stattfanden. Von den fast 200 Angeklagten wurden 138 zum Tod – durch Scheiterhaufen, Galgen oder Fallbeil – verurteilt. Die meisten waren männlich und als Bettler oder Behinderte Teil sozialer Randgruppen. Dabei traf es vor allem Kinder und Jugendliche, ein weiterer Sonderfall. Das jüngste hingerichtete Kind war zehn Jahre alt.

"Den Grund für Schicksalsschläge suchte man bei den anwesenden Personen: eine einfache Erklärung in der schmerzhaften Ohnmacht." – Kristina Göthling-Zimpel, Kulturwissenschafterin

Insgesamt waren es allerdings Frauen, die mit einem Anteil von rund vier Fünfteln die meisten Opfer im deutschsprachigen Raum stellten. Im Rückblick auf die Epoche wurde die Figur der Hexe daher als weibliche Gestalt gesehen, sagt Göthling-Zimpel. Dies verknüpfte man mit passenden Erzählungen, etwa der biblischen Eva, die die Erbsünde über die Menschheit brachte und mit dem Bösen im Bunde ist. "Diese Assoziation führte dazu, dass Frauen in der Gesellschaft der Frühen Neuzeit eine untergeordnete Rolle gespielt haben", sagt die Wissenschafterin. Sie standen zwar auch Haushalten vor, manche Frauen leiteten sogar ganze Handwerksbetriebe. Die als weiblich oder männlich geltenden Sphären waren aber oft getrennt.

In die klischeehafte Erzählung der Hexe als der weisen Frau, die ein besonderes Wissen in Sachen Heilkunde, Gynäkologie und Kochen hat, fließt dies mit ein. Entsprechende Berufe konnten in Hochphasen der Hexenverfolgung potenziell Verdacht erregen: "Das Essen konnte vergiftet sein, die heilenden Kräuter konnten den Tod bringen, Kinder konnten mit Behinderungen geboren werden", sagt Göthling-Zimpel. "Den Grund für solche Schicksalsschläge suchte man unter anderem bei den anwesenden Personen, sodass Frauen der Hexerei und des Schadenzaubers verdächtigt wurden: eine einfache Erklärung in der schmerzhaften Ohnmacht."

Historisch gibt es jedoch kaum Beweise dafür, dass Frauen, die als Köchinnen, Hebammen oder Pflegerinnen arbeiteten, tatsächlich der Hexerei bezichtigt worden sind, unterstreicht die Forscherin. Es klang aber gut und passte ins Bild.

Opferzeichen

Charakteristisch für die Hexenverfolgungen ist, dass sie prinzipiell jeden treffen konnten. Gibt es in einer Gesellschaft lebensbedrohliche Probleme oder schleierhafte Geschehnisse, wird nach Erklärungen gesucht – und nach Sündenböcken. Dies scheint ein menschliches Grundbedürfnis zu sein. Tschaikner formuliert es so: "Das Hexereidelikt ist deshalb jahrhundertelang so ‚erfolgreich‘ gewesen, weil es sich fast für jede Situation, Person und Problematik hat einsetzen lassen."

Dies reicht von plötzlichen Erkrankungen über schlechte Ernten bis hin zu Umweltkatastrophen. Nicht umsonst bringt der historische Klimatologe Wolfgang Behringer die Hexenverfolgungen Ende des 16. und Anfang des 17. Jahrhunderts mit dem Höhepunkt der "kleinen Eiszeit" in Verbindung.

"Das äußere Merkmal, das eine Hexe oder einen Zauberer verraten hat, war häufig sozial unangepasstes Verhalten." – Manfred Tschaikner, Historiker

Egal, ob jemand nun als besonders schön oder hässlich, stark oder schwach galt: Immer konnte ein Teufelsbund herbeiargumentiert werden, der für Vorteile sorgte oder Nachteile kompensierte. Oft waren es aber sozial Unangepasste, die als Außenseiter Angriffs- und Projektionsflächen boten, sagt Tschaikner: "Zu den Merkmalen konnte ein eigenartiger Blick auf den Boden gehören oder das Unvermögen, jemandem in die Augen zu schauen."

Verließ eine Person die Kirche noch vor dem Ende der Messe oder verhielt sie sich im Dorf anderweitig auffällig, stellte das die soziale Norm infrage. "So konnte man den Verdacht erwecken, sich innerlich von der Gemeinschaft verabschiedet und mit dem größten Feind der christlichen Gesellschaft verbündet zu haben – dem Teufel." Brachte jemand solch eine Person mit negativen Ereignissen in Verbindung, konnte es für sie gefährlich werden.

Auffällig waren mitunter auch (angebliche) Kennzeichen sozialer Gruppen. Ein geistig behinderter Mensch konnte den Unmut seiner Ortsgemeinschaft hervorrufen, bestimmte Glaubensangehörige durch ihre Praktiken auf Unverständnis stoßen. In Bezug auf typische Hexenbilder stechen antijüdische Elemente hervor: Nächtliche Treffen unter Teufelsanbeterinnen werden als Hexensabbat bezeichnet. "Körperliche Attribute von Hexen ähneln antijüdischen Körperbildern", sagt Göthling-Zimpel. Hinzu komme "der Vorwurf, die Pest oder Missernten seien durch Schadenzauber entstanden", der zur traditionellen Verschwörungserzählung von den brunnenvergiftenden Juden passt.

Weiterentwickelte Vorstellungen

Das Klischeebild der Hexe wurde in der Epoche der Romantik stark geprägt – vor allem durch die Grimm’schen Märchen, die später in Disney-Verfilmungen wie "Schneewittchen" weiter zugespitzt wurden. Neben der Romantik hinterließ auch die Aufklärung ihre Spuren im Bild, das sich in Sachen Hexenverfolgung eingeprägt hat. Aufklärer und Aufgeklärte betonten oft die Schuld der Kirchen und verstehen die Verfolgung noch heute "als Antibild der Gegenwart, als Ausdruck der Dummheit und Perversität früherer Zeiten", sagt Tschaikner.

Dieser Erzählung schlossen sich ganz unterschiedliche Gruppen an. Unter Protestanten wurde etwa die dominante Rolle von Inquisition und katholischer Gegenreformation betont. Auch im Nationalsozialismus wurde die Verantwortung dem Papsttum zugerechnet, aber auch der evangelischen Kirche und der jüdischen Kultur, die die germanische angeblich zu bekämpfen suchte. "Nicht umsonst war in der deutschen Geschichte der größte Sammler von Hexenunterlagen Heinrich Himmler, mit seinem 'Hexen-Sonderauftrag'", sagt Tschaikner. "Jeder Zeitgeist hat sich dieses Themas bemächtigt, um sich selbst zu rechtfertigen und andere abzuwerten."

Vielen Hexen wurden ungewöhnliche Verhaltensweisen oder Merkmale nachgesagt, die aber meist nicht einheitlich waren. Stereotype Bilder gehen oft auf Legenden und Märchen zurück.
Foto: Matthias Bein / lah / ZB-FUNKREGIO OST

Eine Schwarz-Weiß-Malerei, die die Schuld an der Hexenverfolgung ausschließlich bestimmten Gruppen zuschiebt, sei aber historisch inkorrekt und werde den komplexen Verhältnissen nicht gerecht. "Wenn man sich wissenschaftlich mit dem Thema befasst, geht es darum, zu verstehen, wie jemand anders denken kann – und was wir daraus lernen können", sagt der Forscher. "Man wird aber manchmal verdächtigt, sich nicht eindeutig genug auf der Seite der Verfolgten zu positionieren."

Eine weitere Gruppe macht er mit jenen Personen aus, die Hexen quasi verherrlichen: "Für sie sind Hexen ein Identifikationsobjekt; sie wünschen sich, selbst eine Hexe zu sein oder das zu können, was eine Hexe gekonnt haben soll." Solche Tendenzen kommen auch unter Feministinnen vor, plakativ etwa im Slogan "We are the granddaughters of the witches you couldn’t burn" ("Wir sind die Enkelinnen der Hexen, die ihr nicht verbrennen konntet").

"Sicherlich baut dieser Rückgriff auf die Figur der Hexe auf historisch falschen Aussagen auf", sagt Göthling-Zimpel. "Meiner Einschätzung nach ist die Glorifizierung der Hexe in aktuellen feministischen Kreisen eine Ermächtigungsstrategie." Denn der Slogan geht von unabhängigen, starken und mächtigen Frauen aus, die es schon immer gab und die Männern in nichts nachstehen. In einer Welt, in der diese Sichtweise nicht überall gültig ist oder war, ist dies ein Versuch, sich gegen frauenfeindliche Tendenzen aufzubäumen.

Dennoch betont die Forscherin, dass diesem Satz gefährliche Potenziale anhaften: "Er imaginiert sozusagen eine anhaltende weibliche Geheimgesellschaft – ein Einfallstor für Verschwörungsmythen. Und er baut auf historisch falschen Daten auf, die ein problematisches Narrativ nach sich ziehen. Unreflektiert sollten Äußerungen niemals übernommen werden." (Julia Sica, 29.10.2021)